disappearer
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An meiner Signatur seht ihr, wie lange die Thinkpad-Reise bei mir schon andauert.
Vor mehr als 12 Jahren bin ich mit den Geräten "mit dem roten Nüppel" das erste Mal in Kontakt gekommen, und setze sie seitdem nicht nur für berufliche Zwecke, sondern auch gerne privat sowie in der Familie ein. Während ich ohne den TrackPoint nicht mehr arbeiten möchte, profitiert die Familie primär von guten Wartungsmöglichkeiten, Zuverlässigkeit und langen Garantielaufzeiten. Da die Wartung durch mich erfolgt
setze ich auch ungern andere Geräte ein, wenn eine Neuanschaffung ins Haus steht.
Während mein Arbeitgeber mich alle paar Jahre mit "the latest and greatest" austatten kann, sind die Ansprüche im privaten Bereich eher an der Realität auszurichten, und die teils extrem hohen Preise der T, X und P-Serie nicht unbedingt mit dem Usecase "Sofa lümmeln, surfen, Nachrichten schreiben und Bildbearbeitung" zu rechtfertigen.
Einleitung
Daher war ich doch sehr interessiert, mal wieder einen Blick auf die E-Serie zu werfen, nachdem dieser in der Vergangenheit ja eher für schlechte Verarbeitung, schwache Leistung und/oder minderwertige Display-Optionen bekannt war.
Doch damit scheint es nun vorbei zu sein - relativ aktueller, kräftiger AMD-Prozessor. Hochauflösendes IPS-Display. Gehäuse aus Aluminium. Aufrüstbarer Arbeitsspeicher, Platz für eine 2. NVMe-SSD (das sind teilweise Qualitäten, die ich heutzutage in der X- oder T-Serie mit der Lupe suchen muss!)
Campus-Preis: 600€
Zu gut um wahr zu sein??
Trackpoint
Dieser ist einwandfrei und ohne Umgewöhnung für mich benutzbar. Insbesondere die Tasten sind trotz der flachen Bauform taktil und haben einen knackigen Druckpunkt, der aber auch nicht zu laut ist. Gefällt mir sogar etwas besser, als im T480s.
Touchpad
In Ordnung. Aufgrund der Bauform des Gehäuses (mit normal hoher Tastatur, Trackpoint-Tasten) wird hier sehr viel in der Höhe weggenommen, was zu einem gefühlten 20:9 Seitenverhältnis beim Touchpad führt. Dieses mag nicht so recht zum 16:10 Display passen, ist aber gerade noch groß genug, um als benutzbar empfunden zu werden. Die Finger gleiten hervorragend über die Oberfläche und Gesten werden ohne Probleme erkannt. Leider ist es nicht nur kleiner, sondern auch etwas klappriger als beim T480s. Nicht billig, aber ein "premium"-Gefühl kommt hier nicht auf, was in dieser Preisklasse auch absolut verschmerzbar ist, vor allem mit Hinblick auf dem nach wie vor exzellenten Trackpoint.
Tastatur
Die Tastatur ist gut, und hinterlässt im direkten Vergleich mit anderen Thinkpads gemischte Gefühle.
Natürlich ist es "schöner" dass das Tastenfeld komplett eingelassen ist, eine wechselbare wäre mir dennoch lieber gewesen.
Auch ist der Hub natürlich reduziert, wer 1.8mm oder mehr sucht, wird hier nicht glücklich.
Sie vermittelt nicht so ein robustes und wertiges Gefühl wie das früher bei Thinkpads einmal war, die Tastenkappen sind auch sehr dünn.
Auf der anderen Seite tippe ich im Alltag mit der Tastatur des P1 G6, und diese hier ist damit sehr vergleichbar.
Meines Wissens haben beide den Hub von 1.5mm (die E-Serie taucht hier nicht auf, aber sie fühlt sich sehr ähnlich an). Der "dünnere" Klang hängt sehr wahrscheinlich mit dem unterschiedlichen Gehäuse der Geräte zusammen.
Der geringere Hub bei definiertem Druckpunkt ermöglicht ein sehr zügiges, fehlerfreies Tippen.
Dass man hier ein vergleichbares Schreiberlebnis wie bei dem 3000€-Gerät erhält, spricht Bände.
Natürlich könnte man bei einem Premium-Gerät wie dem P1 eine noch bessere Tastatur erwarten. Mein erster Eindruck davon war auch nicht gut, besonders für den Preis. Wenn man jedoch das Preisniveau dieses Campus-Gerätes betrachtet, muss ich sagen: Hier bekommt man sehr viel fürs Geld.
Als ehemaliger Tastatursnob habe ich festgestellt: Man kann sich an sehr vieles gewöhnen, auch an mehr oder weniger Hub, solange der Druckpunkt okay ist. Nur mit dem höheren Druck, der von den älteren Tastaturen teilweise verlangt wird, komme ich nicht so gut klar.
Am schnellsten bin ich mit einer mechanischen Tastatur mit linearen Cherry MX Silent Switches, aber das findet man im Laptop nunmal nicht.
Dass die Tastatur des E14 kleiner ist, fällt mir kaum auf und stört mich auch nicht.
In meinem Fall spielen die Sonderzeichen eine Nebenrolle, da ich viel Englisch schreiben muss und auch das Tastaturlayout English-International verwende. Die Tasten [] sowie ; " und \ sind verkleinert, alle anderen in der normalen Größe ausgeführt. Die Taste \ habe ich links unten nochmal, und die restlichen Tasten treffe ich trotz der verringerten Größe gut. Die Backspace- und Enter-Tasten sind immer noch mehr als groß genug.
Im Gegenteil macht sich die in der Breite geschrumpfte Größe des Geräts positiv bemerkbar, verglichen mit dem T480s.
Die Leistung ist natürlich ohne Zweifel eine andere Klasse als der alte Intel-Chip der 8. Generation. Das muss auch so sein, denn verglichen mit dem T480s Modell ist das hier ein 'chunky boy' (eher dick).
Display
Auch im Bezug auf das Display ist das hier ein großer Gewinn, nicht nur durch die zusätzliche Höhe sondern vor allem durch die vergleichsweise hohe und alltagstaugliche Auflösung von 2240x1400 Pixel.
Allen Messwerten nach sollte das Panel minimal besser sein, als das gute WQHD-Panel im T480s. Das kann ich subjektiv bestätigen, wir haben es hier keinesfalls mit einer Verschlechterung zu tun, beide haben ihre Stärken.
So sieht Fortschritt aus - man beachte den Preisunterschied zwischen einem damaligen T480s mit dem "Luxus-Panel", und unserer heutigen Campus-Maschine.
Ich lasse Bilder sprechen, denn ich habe ein paar Messwerte von meinem Datacolor Spyder X, welches durch DisplayCAL mit Argyll angesteuert wurde.
Es handelt sich hier um das Innolux N140ACA-GT1 - es ist möglich, dass man ein sehr ähnliches Panel eines anderen Herstellers erhält.
Wie im Notebookcheck-Testbericht ist auch bei meinem Exemplar die Farbabweichung schon im Auslieferungszustand sehr gering, mit Delta-Abweichungen von 0.33 und einer Farbtemperatur von 6400 Kelvin:

Durch die Kalibrierung lässt sich die Farbabweichung auf durchschnittlich 0.1 reduzieren. Der subjektive Eindruck bestätigt, dass es vorher schon sehr gut war, und nur leichte Anpassungen nötig sind. Sichtbar besser wurde eigentlich eher der Kontrast des Schirmes.
Die Farbraumabdeckung ist mit über 97% sRGB und knapp 70% Adobe/DCI-P3 mehr als ausreichend für ein Alltagsgerät.

Ja, findet man überhaupt noch was zu meckern?
Bei dem Preis eigentlich nicht - aber es ginge natürlich immer besser (vor allem, wenn man das exzellente WQHD-Panel des P1 G6 gewohnt ist):
Helligkeit
Dankbarerweise messe ich hier 360 cd/m², was die Werksangabe von min. 300 nits ordentlich übertrifft.
Aber hier gilt leider "mehr ist besser", und wer nicht ausschließlich in abgedunkelten Räumen arbeitet, weiß, wie angenehm Displays mit 500 nits oder mehr bei Tageslicht sind. Das gilt insbesondere für die Bildbearbeitung, was schade ist, da die Farbraumabdeckung dafür ausreicht, es aber bei Tageslicht oder gar im Außenbereich nicht hell genug dafür ist.
Tagsüber bin ich also häufig bei 90 oder 100% eingestellt, was dem Akku absolut nicht zuträglich sein kann. Doch dazu später mehr
Gehäuse
Beim Wechsel von einem 14 Zoll-Thinkpad mit 16:9 Display kam eine für mich überraschende Erkenntnis:
Durch das neue Format ändert sich auch die Messrichtung in der diagonalen, das neue Display ist schmaler.
Es ist zwar auch höher, jedoch dürfte man nicht denken, dass einfach beim 14-Zoll Gerät die Ränder oben und unten wegfallen. Das würde wiederum die gesamte Bilddiagonale erhöhen, und man hätte es mit einem 14,5"-Gerät zu tun.
Stattdessen wird es nach oben länger, und in der Breite reduziert. So bleibt es bei 14 Zoll, hat aber von oben betrachtet die Maße eines Gerätes, das bis dahin als 13 Zoll erachtet worden wäre.
Diese Erkenntnis ist nicht nur beim Kauf einer passenden Tasche relevant. Es verändert auch meine Wahrnehmung von Displaygrößen im Laptop.
14 Zoll werden kompakter, bzw. die alten 13.3-Laptops erhalten mehr Bildschirmfläche. Die eigentliche Ablösung für die alten 14"16:9-Displays sind 14,5 Zoll, bei nahezu gleichem Außenmaß. Gleiches gilt für die neuen 16 respektive 18 Zoll-Laptops als Weiterentwicklung des 15/17 Zoll-Standards.
Wer sich über 17 Zoll im Gaming-Laptop gefreut hat, wählt besser zukünftig 18 Zoll (denn bei 16 Zoll verliert man die in Filmen und Spielen relevante Breite). Und wer Ersatz für sein 14 Zoll Business-Laptop sucht, sollte nach 14,5 Zoll Ausschau halten, es sei denn, man kann mit den kompakteren Maßen etwas anfangen.
Da ich ein Gerät für unterwegs gesucht habe, kommen mir die geringeren Abmessungen zwar entgegen, aufgrund der Dicke ist es aber nur bedingt ein 1:1 Ersatz für das große, aber schlanke, T480s.
Das Gehäuse lässt sich durch die leicht zugänglichen Standardschrauben gut öffnen, man muss aber vorsichtig mit einem Öffnungswerkzeug oder Plektrum die vielen Plastiknasen befreien, mit denen Ober- und Unterseite zusammengehalten werden.
Innen wartet dann ein Geschenk für Bastler: Zwei einfach zugängliche SODIMM-Slots und zwei Slots für die SSD.
Die RAM-Slots sind in meinem Fall schon mit der sinnvollen 2x16GB Quad Channel-Bestückung aufgerüstet worden (Samsung DDR5-5600).
Das i-Tüpfelchen: Die flotte KIOXIA-SSD ist nur 42mm lang, d.h. der andere Slot bleibt für die günstigeren und besser verfügbaren 80mm-SSDs frei.
In meiner AMD-Version sind Ethernet sowie WIFI6-Chips von Realtek verbaut (RTL8168 respektive RTL8852BE). Beide arbeiten, soweit ich das bisher beurteilen kann, im positiven Sinne unauffällig.
Verarbeitung
Nun kommen wir zu einem Teil, wo das E14 G6 zum ersten Mal ernsthaft Federn lassen muss: Der Verarbeitung.
Zwar haben wir es hier teilweise mit Aluminium zu tun, was das Potential hat, eine hochwertigere Haptik und Optik zu vermitteln, als einfaches Plastik. Wie so häufig steckt der Teufel aber auch hier im Detail, und Alu ist nicht gleich Alu.
Zusammengefasst könnte man sagen: Es ist ordentlich verarbeitet und vermittelt einen soliden Eindruck, fühlt sich aber eher an, wie ein Thinkbook mit Trackpoint, denn wie ein "echtes Thinkpad".
Die Außenhaut ist oben und unten aus schwarzem, glatten Aluminium ausgeführt. Die Kanten sind nur minimal abgerundet, was zu einer harten und etwas unangenehmen Haptik führt. Durch die aktive Belüftung sowie die Vielzahl an (sinnvollen) Ports hätte ich hier niemals einen Handschmeichler á la Macbook erwartet, aber auch ein Surface Laptop 6 (der in nahezu allen anderen Bereichen unterlegen ist) fasst sich viel besser an. Beispiel: Während die Lüftungsschlitze glatt sind, wurden die Lautsprecheröffnungen kaum abgerundet, man könnte sich beinah daran schneiden. Das dicke hintere Gummipad, auf dem der Laptop primär aufliegt, steht unerwartet kantig und hart vom Gerät ab. Sicherlich dient es der Kühlung, aber man hätte es evtl. auch eleganter lösen können.
Der Deckel vermittelt ein weitgehend hochwertiges Gefühl, auch wenn dieser leicht hohl klingt, geht das Material in Ordnung und vermittelt Wertigkeit. Das gilt auch für das eingelassene Lenovo-Logo. Hingegen wird das Thinkpad-Logo für Hardcore-Fans der Marke ein Ausschlusskriterium sein. Zwar ist das i wie üblich beleuchtet, jedoch ist der Schriftzug nur aufgeklebt und nicht in die Oberfläche eingelassen. Es klingt banal, wirkt aber unglaublich billig, wenn man 'echte' Thinkpads gewohnt ist. Trotz seiner Textur zerstört der Aufkleber jede Illusion von Wertigkeit, spätestens wenn man diesen versehentlich berührt und die Fingerkuppen an den Kanten hängen bleiben, wird klar: das hier hat kein Thinkpad-Designer verbrochen.
Traditionalisten kommen auf ihre Kosten, sobald man das Gerät aufklappt, denn innen findet sich wieder der langweilige, aber vertraute, schwarze Kunststoff, der ein Thinkpad-typisches Gefühl vermittelt. Positiv: Die Hände werden dadurch nicht kalt im Winter, und das Plastik leitet die Hitze des Geräts auch nicht sofort an die Handballen weiter. Auch wurde hier auf die unangenehme und in meinen Augen ganz und gar überflüssige "SoftTouch"-Oberfläche der neueren Thinkpads verzichtet. Der Gewinn sind eine einwandfreie Haptik und Optik mit wenigen Abdrücken, die sich auch leicht entfernen lassen. Hier bringt der Verzicht auf Aluminium klare Vorteile, und da der verwendete Kunststoff hochwertig erscheint, lässt man die typischen Geräte in dieser Preisklasse, sowie die meisten Gaming-Notebooks, hinter sich.
Der größte Nachteil des Materialmix sind die unvermeidbaren Übergänge, die leider sicht- und fühlbar sind. Selbst am Deckel hinten fällt das auf, da das Scharnier ja wieder komplett aus Kunststoff ist. Apropos Scharnier - dieses geht in Ordnung, wippt aber stärker und sieht auch nicht so edel aus, wie die klassische Befestigung mit 2 Fixpunkten und metallener Abdeckung. Das Öffnen mit einer Hand ist für mich ebensowenig ein Problem, wie der viel bejammerte "Kamerabuckel", der eben dies vereinfacht. Mich stört das nicht und die Reverse Notch fällt kaum auf, bietet aber dennoch ausreichend Platz für eine integrierte Kameraabdeckung sowie die IR-Kamera.
Alles in allem klingt das jetzt nach einigen negativen Punkten für die Verarbeitung, man muss jedoch auch berücksichtigen, dass wir hier von einem Preisniveau südlich von 1000€ sprechen. Wenn man bedenkt, wie weit die E-Serie gekommen ist... früher war die Verarbeitung hier so grottig, dass ich die Geräte für den persönlichen Gebrauch nicht mal in Erwägung gezogen hätte! Das E14 G6 hat hingegen die Widerrufsfrist bei mir locker ausgesessen.
Sound
audio by HARMAN prangt der stolze Schriftzug unter dem linken Handballen, subtiler als die Werbung des Prozessorherstellers, aber dafür permanent aufs Gehäuse gedruckt. Was genau Harman hier entworfen hat, bleibt mir als Nutzer schleierhaft. Der Audiocodec stammt von Senary, im Betriebssystem ist Dolby Audio mit Dolby Atmos for Speakers vorinstalliert.
To be continued....
Verarbeitung
Leistung
Lautstärke
Akkulaufzeit
Vor mehr als 12 Jahren bin ich mit den Geräten "mit dem roten Nüppel" das erste Mal in Kontakt gekommen, und setze sie seitdem nicht nur für berufliche Zwecke, sondern auch gerne privat sowie in der Familie ein. Während ich ohne den TrackPoint nicht mehr arbeiten möchte, profitiert die Familie primär von guten Wartungsmöglichkeiten, Zuverlässigkeit und langen Garantielaufzeiten. Da die Wartung durch mich erfolgt
Während mein Arbeitgeber mich alle paar Jahre mit "the latest and greatest" austatten kann, sind die Ansprüche im privaten Bereich eher an der Realität auszurichten, und die teils extrem hohen Preise der T, X und P-Serie nicht unbedingt mit dem Usecase "Sofa lümmeln, surfen, Nachrichten schreiben und Bildbearbeitung" zu rechtfertigen.
Einleitung
Daher war ich doch sehr interessiert, mal wieder einen Blick auf die E-Serie zu werfen, nachdem dieser in der Vergangenheit ja eher für schlechte Verarbeitung, schwache Leistung und/oder minderwertige Display-Optionen bekannt war.
Doch damit scheint es nun vorbei zu sein - relativ aktueller, kräftiger AMD-Prozessor. Hochauflösendes IPS-Display. Gehäuse aus Aluminium. Aufrüstbarer Arbeitsspeicher, Platz für eine 2. NVMe-SSD (das sind teilweise Qualitäten, die ich heutzutage in der X- oder T-Serie mit der Lupe suchen muss!)
Campus-Preis: 600€
Zu gut um wahr zu sein??
Trackpoint
Dieser ist einwandfrei und ohne Umgewöhnung für mich benutzbar. Insbesondere die Tasten sind trotz der flachen Bauform taktil und haben einen knackigen Druckpunkt, der aber auch nicht zu laut ist. Gefällt mir sogar etwas besser, als im T480s.
Touchpad
In Ordnung. Aufgrund der Bauform des Gehäuses (mit normal hoher Tastatur, Trackpoint-Tasten) wird hier sehr viel in der Höhe weggenommen, was zu einem gefühlten 20:9 Seitenverhältnis beim Touchpad führt. Dieses mag nicht so recht zum 16:10 Display passen, ist aber gerade noch groß genug, um als benutzbar empfunden zu werden. Die Finger gleiten hervorragend über die Oberfläche und Gesten werden ohne Probleme erkannt. Leider ist es nicht nur kleiner, sondern auch etwas klappriger als beim T480s. Nicht billig, aber ein "premium"-Gefühl kommt hier nicht auf, was in dieser Preisklasse auch absolut verschmerzbar ist, vor allem mit Hinblick auf dem nach wie vor exzellenten Trackpoint.
Tastatur
Die Tastatur ist gut, und hinterlässt im direkten Vergleich mit anderen Thinkpads gemischte Gefühle.
Natürlich ist es "schöner" dass das Tastenfeld komplett eingelassen ist, eine wechselbare wäre mir dennoch lieber gewesen.
Auch ist der Hub natürlich reduziert, wer 1.8mm oder mehr sucht, wird hier nicht glücklich.
Sie vermittelt nicht so ein robustes und wertiges Gefühl wie das früher bei Thinkpads einmal war, die Tastenkappen sind auch sehr dünn.
Auf der anderen Seite tippe ich im Alltag mit der Tastatur des P1 G6, und diese hier ist damit sehr vergleichbar.
Meines Wissens haben beide den Hub von 1.5mm (die E-Serie taucht hier nicht auf, aber sie fühlt sich sehr ähnlich an). Der "dünnere" Klang hängt sehr wahrscheinlich mit dem unterschiedlichen Gehäuse der Geräte zusammen.
Der geringere Hub bei definiertem Druckpunkt ermöglicht ein sehr zügiges, fehlerfreies Tippen.
Dass man hier ein vergleichbares Schreiberlebnis wie bei dem 3000€-Gerät erhält, spricht Bände.
Natürlich könnte man bei einem Premium-Gerät wie dem P1 eine noch bessere Tastatur erwarten. Mein erster Eindruck davon war auch nicht gut, besonders für den Preis. Wenn man jedoch das Preisniveau dieses Campus-Gerätes betrachtet, muss ich sagen: Hier bekommt man sehr viel fürs Geld.
Als ehemaliger Tastatursnob habe ich festgestellt: Man kann sich an sehr vieles gewöhnen, auch an mehr oder weniger Hub, solange der Druckpunkt okay ist. Nur mit dem höheren Druck, der von den älteren Tastaturen teilweise verlangt wird, komme ich nicht so gut klar.
Am schnellsten bin ich mit einer mechanischen Tastatur mit linearen Cherry MX Silent Switches, aber das findet man im Laptop nunmal nicht.
Dass die Tastatur des E14 kleiner ist, fällt mir kaum auf und stört mich auch nicht.
In meinem Fall spielen die Sonderzeichen eine Nebenrolle, da ich viel Englisch schreiben muss und auch das Tastaturlayout English-International verwende. Die Tasten [] sowie ; " und \ sind verkleinert, alle anderen in der normalen Größe ausgeführt. Die Taste \ habe ich links unten nochmal, und die restlichen Tasten treffe ich trotz der verringerten Größe gut. Die Backspace- und Enter-Tasten sind immer noch mehr als groß genug.
Im Gegenteil macht sich die in der Breite geschrumpfte Größe des Geräts positiv bemerkbar, verglichen mit dem T480s.
Die Leistung ist natürlich ohne Zweifel eine andere Klasse als der alte Intel-Chip der 8. Generation. Das muss auch so sein, denn verglichen mit dem T480s Modell ist das hier ein 'chunky boy' (eher dick).
Display
Auch im Bezug auf das Display ist das hier ein großer Gewinn, nicht nur durch die zusätzliche Höhe sondern vor allem durch die vergleichsweise hohe und alltagstaugliche Auflösung von 2240x1400 Pixel.
Allen Messwerten nach sollte das Panel minimal besser sein, als das gute WQHD-Panel im T480s. Das kann ich subjektiv bestätigen, wir haben es hier keinesfalls mit einer Verschlechterung zu tun, beide haben ihre Stärken.
So sieht Fortschritt aus - man beachte den Preisunterschied zwischen einem damaligen T480s mit dem "Luxus-Panel", und unserer heutigen Campus-Maschine.
Ich lasse Bilder sprechen, denn ich habe ein paar Messwerte von meinem Datacolor Spyder X, welches durch DisplayCAL mit Argyll angesteuert wurde.
Es handelt sich hier um das Innolux N140ACA-GT1 - es ist möglich, dass man ein sehr ähnliches Panel eines anderen Herstellers erhält.
Wie im Notebookcheck-Testbericht ist auch bei meinem Exemplar die Farbabweichung schon im Auslieferungszustand sehr gering, mit Delta-Abweichungen von 0.33 und einer Farbtemperatur von 6400 Kelvin:

Durch die Kalibrierung lässt sich die Farbabweichung auf durchschnittlich 0.1 reduzieren. Der subjektive Eindruck bestätigt, dass es vorher schon sehr gut war, und nur leichte Anpassungen nötig sind. Sichtbar besser wurde eigentlich eher der Kontrast des Schirmes.
Die Farbraumabdeckung ist mit über 97% sRGB und knapp 70% Adobe/DCI-P3 mehr als ausreichend für ein Alltagsgerät.

Ja, findet man überhaupt noch was zu meckern?
Bei dem Preis eigentlich nicht - aber es ginge natürlich immer besser (vor allem, wenn man das exzellente WQHD-Panel des P1 G6 gewohnt ist):
Helligkeit
Dankbarerweise messe ich hier 360 cd/m², was die Werksangabe von min. 300 nits ordentlich übertrifft.
Aber hier gilt leider "mehr ist besser", und wer nicht ausschließlich in abgedunkelten Räumen arbeitet, weiß, wie angenehm Displays mit 500 nits oder mehr bei Tageslicht sind. Das gilt insbesondere für die Bildbearbeitung, was schade ist, da die Farbraumabdeckung dafür ausreicht, es aber bei Tageslicht oder gar im Außenbereich nicht hell genug dafür ist.
Tagsüber bin ich also häufig bei 90 oder 100% eingestellt, was dem Akku absolut nicht zuträglich sein kann. Doch dazu später mehr
Gehäuse
Beim Wechsel von einem 14 Zoll-Thinkpad mit 16:9 Display kam eine für mich überraschende Erkenntnis:
Durch das neue Format ändert sich auch die Messrichtung in der diagonalen, das neue Display ist schmaler.
Es ist zwar auch höher, jedoch dürfte man nicht denken, dass einfach beim 14-Zoll Gerät die Ränder oben und unten wegfallen. Das würde wiederum die gesamte Bilddiagonale erhöhen, und man hätte es mit einem 14,5"-Gerät zu tun.
Stattdessen wird es nach oben länger, und in der Breite reduziert. So bleibt es bei 14 Zoll, hat aber von oben betrachtet die Maße eines Gerätes, das bis dahin als 13 Zoll erachtet worden wäre.
Diese Erkenntnis ist nicht nur beim Kauf einer passenden Tasche relevant. Es verändert auch meine Wahrnehmung von Displaygrößen im Laptop.
14 Zoll werden kompakter, bzw. die alten 13.3-Laptops erhalten mehr Bildschirmfläche. Die eigentliche Ablösung für die alten 14"16:9-Displays sind 14,5 Zoll, bei nahezu gleichem Außenmaß. Gleiches gilt für die neuen 16 respektive 18 Zoll-Laptops als Weiterentwicklung des 15/17 Zoll-Standards.
Wer sich über 17 Zoll im Gaming-Laptop gefreut hat, wählt besser zukünftig 18 Zoll (denn bei 16 Zoll verliert man die in Filmen und Spielen relevante Breite). Und wer Ersatz für sein 14 Zoll Business-Laptop sucht, sollte nach 14,5 Zoll Ausschau halten, es sei denn, man kann mit den kompakteren Maßen etwas anfangen.
Da ich ein Gerät für unterwegs gesucht habe, kommen mir die geringeren Abmessungen zwar entgegen, aufgrund der Dicke ist es aber nur bedingt ein 1:1 Ersatz für das große, aber schlanke, T480s.
Das Gehäuse lässt sich durch die leicht zugänglichen Standardschrauben gut öffnen, man muss aber vorsichtig mit einem Öffnungswerkzeug oder Plektrum die vielen Plastiknasen befreien, mit denen Ober- und Unterseite zusammengehalten werden.
Innen wartet dann ein Geschenk für Bastler: Zwei einfach zugängliche SODIMM-Slots und zwei Slots für die SSD.
Die RAM-Slots sind in meinem Fall schon mit der sinnvollen 2x16GB Quad Channel-Bestückung aufgerüstet worden (Samsung DDR5-5600).
Das i-Tüpfelchen: Die flotte KIOXIA-SSD ist nur 42mm lang, d.h. der andere Slot bleibt für die günstigeren und besser verfügbaren 80mm-SSDs frei.
In meiner AMD-Version sind Ethernet sowie WIFI6-Chips von Realtek verbaut (RTL8168 respektive RTL8852BE). Beide arbeiten, soweit ich das bisher beurteilen kann, im positiven Sinne unauffällig.
Verarbeitung
Nun kommen wir zu einem Teil, wo das E14 G6 zum ersten Mal ernsthaft Federn lassen muss: Der Verarbeitung.
Zwar haben wir es hier teilweise mit Aluminium zu tun, was das Potential hat, eine hochwertigere Haptik und Optik zu vermitteln, als einfaches Plastik. Wie so häufig steckt der Teufel aber auch hier im Detail, und Alu ist nicht gleich Alu.
Zusammengefasst könnte man sagen: Es ist ordentlich verarbeitet und vermittelt einen soliden Eindruck, fühlt sich aber eher an, wie ein Thinkbook mit Trackpoint, denn wie ein "echtes Thinkpad".
Die Außenhaut ist oben und unten aus schwarzem, glatten Aluminium ausgeführt. Die Kanten sind nur minimal abgerundet, was zu einer harten und etwas unangenehmen Haptik führt. Durch die aktive Belüftung sowie die Vielzahl an (sinnvollen) Ports hätte ich hier niemals einen Handschmeichler á la Macbook erwartet, aber auch ein Surface Laptop 6 (der in nahezu allen anderen Bereichen unterlegen ist) fasst sich viel besser an. Beispiel: Während die Lüftungsschlitze glatt sind, wurden die Lautsprecheröffnungen kaum abgerundet, man könnte sich beinah daran schneiden. Das dicke hintere Gummipad, auf dem der Laptop primär aufliegt, steht unerwartet kantig und hart vom Gerät ab. Sicherlich dient es der Kühlung, aber man hätte es evtl. auch eleganter lösen können.
Der Deckel vermittelt ein weitgehend hochwertiges Gefühl, auch wenn dieser leicht hohl klingt, geht das Material in Ordnung und vermittelt Wertigkeit. Das gilt auch für das eingelassene Lenovo-Logo. Hingegen wird das Thinkpad-Logo für Hardcore-Fans der Marke ein Ausschlusskriterium sein. Zwar ist das i wie üblich beleuchtet, jedoch ist der Schriftzug nur aufgeklebt und nicht in die Oberfläche eingelassen. Es klingt banal, wirkt aber unglaublich billig, wenn man 'echte' Thinkpads gewohnt ist. Trotz seiner Textur zerstört der Aufkleber jede Illusion von Wertigkeit, spätestens wenn man diesen versehentlich berührt und die Fingerkuppen an den Kanten hängen bleiben, wird klar: das hier hat kein Thinkpad-Designer verbrochen.
Traditionalisten kommen auf ihre Kosten, sobald man das Gerät aufklappt, denn innen findet sich wieder der langweilige, aber vertraute, schwarze Kunststoff, der ein Thinkpad-typisches Gefühl vermittelt. Positiv: Die Hände werden dadurch nicht kalt im Winter, und das Plastik leitet die Hitze des Geräts auch nicht sofort an die Handballen weiter. Auch wurde hier auf die unangenehme und in meinen Augen ganz und gar überflüssige "SoftTouch"-Oberfläche der neueren Thinkpads verzichtet. Der Gewinn sind eine einwandfreie Haptik und Optik mit wenigen Abdrücken, die sich auch leicht entfernen lassen. Hier bringt der Verzicht auf Aluminium klare Vorteile, und da der verwendete Kunststoff hochwertig erscheint, lässt man die typischen Geräte in dieser Preisklasse, sowie die meisten Gaming-Notebooks, hinter sich.
Der größte Nachteil des Materialmix sind die unvermeidbaren Übergänge, die leider sicht- und fühlbar sind. Selbst am Deckel hinten fällt das auf, da das Scharnier ja wieder komplett aus Kunststoff ist. Apropos Scharnier - dieses geht in Ordnung, wippt aber stärker und sieht auch nicht so edel aus, wie die klassische Befestigung mit 2 Fixpunkten und metallener Abdeckung. Das Öffnen mit einer Hand ist für mich ebensowenig ein Problem, wie der viel bejammerte "Kamerabuckel", der eben dies vereinfacht. Mich stört das nicht und die Reverse Notch fällt kaum auf, bietet aber dennoch ausreichend Platz für eine integrierte Kameraabdeckung sowie die IR-Kamera.
Alles in allem klingt das jetzt nach einigen negativen Punkten für die Verarbeitung, man muss jedoch auch berücksichtigen, dass wir hier von einem Preisniveau südlich von 1000€ sprechen. Wenn man bedenkt, wie weit die E-Serie gekommen ist... früher war die Verarbeitung hier so grottig, dass ich die Geräte für den persönlichen Gebrauch nicht mal in Erwägung gezogen hätte! Das E14 G6 hat hingegen die Widerrufsfrist bei mir locker ausgesessen.
Sound
audio by HARMAN prangt der stolze Schriftzug unter dem linken Handballen, subtiler als die Werbung des Prozessorherstellers, aber dafür permanent aufs Gehäuse gedruckt. Was genau Harman hier entworfen hat, bleibt mir als Nutzer schleierhaft. Der Audiocodec stammt von Senary, im Betriebssystem ist Dolby Audio mit Dolby Atmos for Speakers vorinstalliert.
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