Z60t -- Erste persönliche Eindrücke
Nachdem ich mein Z60t nun seit einigen Tage habe, möchte ich hier meine ersten Eindrücke schildern, vor allem auch mit dem Ziel, die Meinung anderer zu dem nun Folgenden zu hören. Denn noch bin ich nicht sicher, ob ich das Gerät behalten soll; möglicherweise mache ich von meinem Widerrufsrecht Gebrauch, wenn die negativen Aspekte auch in ein paar Tagen noch nicht ausreichend durch die positiven aufgewogen werden. -- Aber der Reihe nach.
I. Anschaffungsgründe- und überlegungen
Ich benötige ein Gerät mit dem ich in erster Linie meine Doktorarbeit schreiben kann (Anwendung Latex und Literaturverwaltungsprogramm sowie z.T. Word). Daneben soll es für die private Organisation (Korrespondenz und Office-Anwendungen; MP3-Sammlung; Bildbearbeitung und v.a. -verwaltung und -archivierung) dienen. Als Desktopersatz soll es ausdrücklich nicht fungieren. Da das Gerät regelmäßig von mir transportiert werden wird (bin mit öffentl. Verkehrsmitteln und zu Fuss unterwegs) und in der stillen Umgebung einer Bibliothek zum Einsatz kommt muss es relativ klein, leicht, leise und robust sein. Zu klein (also z.B. 12") darf das Display aber nicht sein, da da mir das einfach nicht reicht. Deswegen kamen v.a. 14" Geräte mit und ohne Widescreen in die Auswahl. Preislich sollte das Ganze 1500 Euro nicht merklich überschreiten. Ach ja, noch was: die Tastatur muss wirklich gut sein! Mit diesen Filtern wurde und wird der Markt überschaubar...!
Letztlich hat sich meine Auswahl verengt auf Lenovo Z60t, T43 und Benq S72.
Alle drei Geräte habe ich bei verschiedenen Händlern mal angesehen und kurz angetestet.
Gekauft habe ich letztlich das Z60t für ca. 1500 Euro. Viele der Gründe, die mich dazu bewogen haben, tauchen gleich bei der Besprechung auf. V.a. aber der Ruf der ThinkPads, in erster Linie verlässliche und schnörkellose Arbeitsgeräte zu sein, spielten eine gewichtige Rolle. Die Ausstattung ist im Übrigen -- vor dem Hintergrund meines Anforderungsprofils -- rund: Intel Pentium M 750 1.86GHz 2MB, Microsoft Windows XP Professional, 512MB PC2-4200 DDR2 SDRAM, 60GB (Serial ATA), 14'' 1280x768TFT, Intel Graphics Media Accelerator 900, 2.0889Kgs ThinkPad UltraNav, CD-RW/DVD-ROM Combo, Integrated Gigabit Ethernet
56K V.92 designed modem, ThinkPad 11a/b/g Wi-Fi Wireless and Bluetooth, um mal das Wesentliche zu nennen.
Ich habe vor, diesen Bericht zu ergänzen, wenn ich wietere Nutzungserfahrungen gemacht habe (im Hinblick auf v.a. WLAN-Funktionalität u.a.). Heute gibt es nur die ersten (aber wichtigen!) Eindrücke.
II. Erste Eindrücke
Das Gerät ist leicht und dünn und insgesamt stabil. Die Verarbeitung ist gut, gemessen an so manch anderem Notebook, das man derzeit für ca 1500 Euro erwerben kann; sie ist schlecht, gemessen an meinen Erwartungen und an dem Ruf von ThinkPads. Zwar macht der Displaydeckel einen erstklassigen Eindruck, fühlt sich gut an, ist verwindungssteif und angehehm anzufassen. Auch steht er stabil und sitz/bewegt sich ohne Wackeln oder Zittern auf den bekannten Metall-Scharnieren. Aber dafür verträgt er sich nicht mit dem Rest des Gehäuses und zwar in punkto Qualität(sanmutung) und Passform. Auf der rechten Seite steht der Displaydeckel über! Und zwar nicht parallel zum unteren Gehäuse, sondern in einem Bogen. Hört sich kommisch an, aber der (sehr feste und stabile) Rahmen hat zur Mitte hin eine leichte Wölbung nach außen. Auch schließt der Deckel nicht bündig, sondern hat bei eingerastetem Verschluss Spiel von ca. 2mm auf der Vorderseite. Folge: Der Deckel klappert in geschlossenem Zustand. Die vorderen Verschlusshaken sind in der Tat auch sehr weich und erzeugen nicht die nötige Spannung, um das Notebook wirklich fest zu verschließen. Wenn ich das Gerät behalte, werde ich auf jeden Fall mit Schaumstoffpolstern ein wenig abdichten.
Die Handballenauflage rechts ist eine noch größere Enttäuschung. Denn da sie beim Handauflegen knarzt, stört sie beim Arbeiten. Mit leichtem Fingerdruck schon, kann man das Plastik durchdrücken bis man es dumpf knarzend auf das darunterliegenden Gehäuse aufdrückt. Man kennt das von schlechten Notebooktastaturen, die sich entweder in der Mitte oder an der Seite ein wenig durchdrücken lassen. Dummerweise ist der Kartenschacht und die USB-Anschlüsse darunter, was sacheinbar zu wenig Stabilität bietet. Das das kein Einzelfall meines Z60t ist, bestätigt einer der Tests auf US-Websites (Adresse hier irgendwo im Forum) wo der Tester exakt dasselbe beschreibt. Apropos Tastatur: Also die ist schon gut, obwohl sie sich bei starkem Druck im Bereich der Enter-Taste ein wenig durchbiegt, recht laut ist und die Fn- und Strg-Taste links leichter anschlagen als die anderen Tasten sowie F1, F2, F3 und F4 schwergängig sind und knarzen. Wenn ich jetzt noch schreibe, dass das Display wirklich keinen Blumentopf gewinnen kann, weil es a) nicht besonders hell und leuchtstark ist und b) extreme Blickwinkelabhängigkeiten aufweist, habt ihr das Schlimmste hinter euch. Nicht toll finde ich aber auch, dass der Lautsprecher im Akkubetrieb und bei bestimmten Ladezuständen und Energieschemata ein Quitsch und/oder Klack-Geräusch von sich gibt, das leise ist, aber in stiller Umgebung etwas stört und der Lüfter immer läuft und dabei leider nicht so leise ist, wie erhofft; v.a. bei hoher Leistung der CPU wird es ansatzweise störend.
Einfach toll ist der TrackPoint, das Trackpad und die insgesamt 5 Tasten, der Fingerprint-Reader und die ThinkVantage-Systemprogramme, die mit zahlreichen und klugen Funktionen belegten Funktions-Tasten und die insgesamt sehr gute Tastatur. Bis auf die genannten Mängel des Keyboards gibt es an all dem absolut nichts auszusetzen.
Geteilter Meinung kann man bspw. über Folgendes sein: Der kinderleicht anschließbare und ansteuerbare externe Monitor kann mit max. 1280x768 angesteuert werden. Wenn es kein Wiescreen-Gerät ist, wird man eher zu 1024x768 greifen, weil das auf handelsüblichen TFTs noch am ehesten gut dargestellt wird, neben der physikalisch optimalen Auflösung von im meinem Fall 1280x1024. Problem 1: Verwende ich also die 1024x768 extern, steigt auch das ThinkPad auf diese Auflösung um; es kann immer nur dieselbe dargestellt werden, extern und intern. Problem 2: Eine höhere Auflösung geht gar nicht. Das ist schade, weil wenn schon externer Monitior, dann aber bitte schön mit einer hohen Auflösung.
III. Erstes Fazit
Ich werde wohl das 250 Euro billigere Benq S72 noch einmal als Vergleich ansehen. Es hat zwar nicht die ThinkPad-Merkmale wie Trackpoint, ThinkVantage und Festplatten-Sicherheitsfunktionen, aber dafür DVD-Brenner, 80 GB-Platte und von Haus aus 2 J. Garantie (Z60t: 1 J.). Wenn das leise ist, die Tastatur einigermaßen gut geht und die Verarbeitung passt, könnte es für das Z60t wider Erwarten doch eng werden. V.a. die Verarbeitung enttäuscht mich sehr. In diesem Zusammenhang habe ich kurz gedacht, ich habe ein Montagsgerät bekommen; aber was die Tests auf inzwischen zahlreichen US-Websites aussagen (vgl. Links bei notebookreview.com) deckt sich oft (z.B. dass Tastatur gut, aber nicht sehr gut ist im Vergleich zu anderen ThinkPads) mit den von mir geschilderten Einrdücken. Außerdem ist mir folgendes aufgefallen: Was der Test des T43p auf notebookjournal.de zu Verarbeitungsqualität und Stabilität des T43p sagt, kommt alles in allem meinen Erfahrungen mit dem Z60t recht nahe. Erstaunlich, was.
Jetzt bin ich aber an euren Meinungen interessiert. Ich weiß, dass es die eierledgende Wollmilchsau, also das Notebook, an dem es nichts auszusetzen gibt, nicht gibt. Kompromisse muss man immer eingehen. Aber vielleicht fahre ich mit einen Benq S72 oder doch dem T43 besser?
To be continued.
emzett