Virtualisierung für Linux-System unter Windows?

Spargel

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Hallo zusammen,

nachdem ich jetzt eine Weile Linux (Mint 15 KDE) auf meinem ThinkPad nutze, wächst meine Überzeugung, dass ich auf Windows doch nicht völlig verzichten kann. Mich nervt dabei, für einen Wechsel immer das eine System herunterfahren und das andere neu starten zu müssen. Deshalb würde ich gern unter Windows 7 Professional 64-Bit ein aktuelles Linux installieren, bevorzugt natürlich das von mir aus gutem Grund bereits ausgewählte und gewohnte Mint KDE (prinzipiell egal, ob 32 oder 64 Bit). Dieses Linux würde ich für sämtliche Online-Aufgaben nutzen wollen, während das Windows strengst offline bleiben soll. Leider habe ich mit virtuellen Maschinen noch gar keine Erfahrung. Wichtig ist mir eine quelloffene Lösung. Meiner bisherigen Recherche nach bleiben im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: VirtualBox und QEMU.

An VirtualBox stört mich, dass es in der GPL-Version keine USB-2-Unterstützung bietet. Diese muss mit Extensions nachgerüstet werden, jedoch fürchte ich, mir über diese proprietäre Lösung Sicherheitslücken einzufangen. Da VirtualBox zudem von Oracle betrieben wird, habe ich dabei ohnehin schon etwas Bauchschmerzen. Die USB-2-Unterstützung benötige ich, um im virtuellen Linux auf meinen USB-Stick zugreifen zu können, oder sehe ich das falsch?

Wie sieht das mit QEMU aus? Wichtig wäre mir neben der USB-2-Unterstützung natürlich außerdem die korrekte Funktion von LAN, WLAN, Bluetooth und PCMCIA-Schacht, welcher meine UMTS-Karte beherbergt, da ich wie gesagt sämtliche Kommunikation mit der Außenwelt nur über das virtuelle Linux abwickeln möchte. Wichtig ist mir deshalb außerdem eine möglichst lückenlose Abschottung zum Wirts-Windows. Ein Datenaustausch erfolgt über den USB-Stick, direkten Zugriff auf die Windows-Partitionen aus der virtuellen Maschine heraus möchte ich explizit nicht. Außerdem möchte ich auch wie gewohnt Online-Medien abspielen (HD-Videos), die komplette Auflösung meines Monitors (1920x1200 an VGA) nutzen sowie über USB Tastatur und Maus anschließen können.

Wie groß sind die zu erwartenden Leistungseinbußen? Reichen die 2x1,8GHz und 4GB RAM meines X61 Tablet? Mit 2GB für das Linux wäre ich eigentlich gut bedient, und für die übrigen Aufgaben unter Windows würden die übrigen 2GB auch reichen, für größere Sachen könnte ich das virtuelle Linux immer noch ausschalten.

Weiters würde mich interessieren: Bisher nutze ich unter Linux tlp und thinkfan zwecks Stromverbrauchssenkung und Lüftersteuerung. Brauche ich die dann noch, oder reichen dazu die Tools im Wirtssystem (RMClock und tpfancontrol)?

Kann ich im Windows-Wirtssystem die drahtlosen Kommunikationsschnittstellen (WLAN, BT, UMTS) im Gerätemanager deaktivieren oder anders unbrauchbar machen und dennoch im Gastsystem nutzen? Der Punkt, das Windows von jeglicher drahtloser Kommunikation abzuschotten, ist für mich essentiell. Geht das nicht, hat sich das Thema Virtualisierung für mich schon erledigt.

Eine Menge Fragen, vielleicht weiß ja jemand ein paar Antworten darauf. :-)

Grüße,
Thomas
 
Mein erster Gedanke beim Durchlesen war: Warum nicht die beiden Betriebssysteme andersherum schachteln?
 
Ich halte die Variante, dem Host das Netzwerk zu verbieten und dem Gast zu gestatten, für recht kompliziert. Ohne mich bis ins Detail eingelesen zu haben, scheint das eine Konfig-Orgie zu werden. Warum nicht andersherum? Linux als Host und Windows als Gast. Mit dieser Variante fahre ich seit Jahren problemlos. Windows bekommt nur für Updates mal einen globalen Netzzugang. Falls dir Virtualbox nicht zusagt, wäre auch VMWare ein Variante. Ich benutze Virtualbox mit Extensions. Funktioniert gut und im Host ist alle Hardware nutzbar.
Bei deiner Variante bin ich mir nicht sicher, ob du Zugriff auf PCMCIA hast.
 
Genau, ist viel einfacher. Pack dir deine Windows VM in dein Linux Wirtssystem.
 
Den Gedanken hatte ich auch schon, das würde aber bedeuten, das eigentlich zu schützende Windows-System im durch den Onlinezugriff potentiell gefährdeten Linux-Wirtssystem auszuführen - schmeckt mir gar nicht.
 
Du kannst deine virtuelle Maschine ja durchaus vom Internet abkoppeln. Das kann man konfigurieren...
 
Das ist klar. Nur läuft all meine Interaktion mit dieser virtuellen Maschine über das Online-System. Wenn die Hülle online ist, spielt es schon fast keine Rolle mehr, ob ich den Kern davon abkopple. Einen Keylogger zum Beispiel fange ich mir online ein, nicht offline, und der protokolliert und sendet auch alles, was ich in die VM eingebe, oder etwa nicht? Umgekehrt hingegen bekommt ein Keylogger in der VM nichts davon mit, was ich nur an die Hülle sende. Ein Virus oder Trojaner im Wirt kompromittiert mein Gastsystem genauso, umgekehrt hingegen im Normalfall nicht. Dazu müsste es schon ein Schädling sein, der aus dem virtuellen System ausbrechen kann, also erstens Linux kompromittiert, dann die VM austrickst und schließlich auch noch unter Windows Schaden anrichten kann.
 
Ich verwende Virtualbox und bin bisher mit der Software immer sehr zufrieden gewesen. Sie ist sehr einfach zu bedienen und erfüllt genau deine Anforderung.
 
Das heißt, Netzwerk für die VM, aber nicht für den Host?
 
Hm das könnte sich evtl. auch konfigurieren lassen. Aber wofür denn? Installier doch Linux nativ und packe Windows in die VM. Dann kann dein Host (Linux) Internetzugriff haben und deine Windows VM eben nicht. Oder brauchst du aus irgendeinem Grund Windows mit vollem Hardwarezugriff? (3D Anwendungen z.B.)?
 
Einerseits braucht Windows zwingend vollen Hardwarezugriff, ja, sonst kann ich die Tabletfunktionen, die mir unter Linux fehlen, auch unter Windows vergessen. Außerdem habe ich wie gesagt sicherheitsmäßig nichts gekonnt, wenn die abzusichernde VM auf einem unsicheren Host läuft. Mir nützt nur der umgekehrte Fall etwas. Aber ich glaube, da die VM keinen direkten Hardwarezugriff hat, kann ich das Problem nicht lösen. Ich bräuchte ja für die VM Zugriff auf die Netzwerkhardware.
 
wenn Du strikt abgekoppelt haben willst haste Deine momentane Konfiguration mit Dualboot. Allerdings darfste in Win dann auch keine Dateien von der Platte öffnen, auf die auch Linux den Zugriff hat, könnten ja auch verseucht sein...
Die sicherste Variante: das Offline Windows auf nen Rechner ohne Internetzugang autark...
 
Die Partitionen sind getrennt und verschlüsselt, da passiert nichts. Datenaustausch erfolgt über USB-Stick, das ist ein Risiko. Aber so lange das Windows keinen Netzwerkzugriff bekommt, ist das Schadenspotential begrenzt. Von System und Daten habe ich Backups, ich will nur unter allen Umständen verhindern, dass Daten unbemerkt abwandern können.
 
Außerdem habe ich wie gesagt sicherheitsmäßig nichts gekonnt, wenn die abzusichernde VM auf einem unsicheren Host läuft.
Man kann sein "Sicherheitsstreben" schon recht weit treiben. Aber ich denke, hier übertreibst Du ein wenig. Für Linux gibt es bisher keine gefährliche Malware in freier Wildbahn. Solange Du das System aktuell hältst und nicht grob fahrlässig vorgehst, kann man das System als sicher ansehen.

Einerseits braucht Windows zwingend vollen Hardwarezugriff, ja, sonst kann ich die Tabletfunktionen, die mir unter Linux fehlen, auch unter Windows vergessen.
Kennst Du schon:
http://www.thinkwiki.org/wiki/Installing_Ubuntu_10.04_%28Lucid_Lynx%29_on_a_ThinkPad_X61_Tablet
?

Wobei ich zugegebenermaßen von dem Tablet-Zeug nicht viel Ahnung habe...


Grüße
Thomas
 
Mag sein, dass ich dabei übertreibe. Ich will aber auch nicht der Erste sein, bei dem etwas schief geht.

Die Seite mit dem Tablet kannte ich noch nicht. Spätestens bei der Handschrifterkennung ist aber auch da Schluss. Linux funktioniert auf dem Tablet trotz aller Frickelei eben nur "fast". Deshalb möchte ich Windows auch drauf behalten, und es muss Hardwarezugriff haben, darf also nicht virtuell laufen. Ich habe also nur genau zwei Möglichkeiten: Linux virtuell unter Windows laufen lassen, was daran scheitert, dass ich Windows in diesem Fall nicht vom Netz getrennt bekomme, oder beides wie bisher getrennt voneinander im Dual-Boot. Nervt zwar etwas, lässt sich aber anscheinend nicht ändern. Sicherheit geht vor Komfort.

Danke erst einmal für alle Antworten. Sollte doch noch jemand eine Idee haben, wie sich nur für die virtuelle Maschine ein Netzwerkzugriff herbeizaubern lässt, bin ich daran natürlich weiterhin interessiert, ansonsten betrachte ich die Idee aber als gescheitert.

Viele Grüße,
Thomas
 
Hallo Spargel,

evtl. bekommst Du das mit KVM (qemu) hin, KVB greift direkt auf die Hardware zu.

http://qemu-buch.de/de/index.php/QE...tuelle_Netzwerke_konfigurieren#Netzwerkkarten

Hm, wobei Windows wohl gar kein KVM kennt, Fehlschuss also.

Eine Windows VM kannst Du mit Hilfe von KVM mit einem Linuxkernel starten.
In dieser KVM Windows VM dekativierst Du dann die Netzwerkkarte in der Systemsteuerung.
Das sollte eigentlich funktionieren. Das Hauptsystem ist bei dieser Variante Linux.

MfG

xsid
 
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