Geht es den Webdesigner*innen wirklich so schlecht?

der_holzwurm

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Ich weiß nicht, wie es euch geht, doch mittlerweile trudeln bei mir als selbstständiger Schreiner täglich mehrere Mails ein, von Menschen, die gerne meine Webseite schöner, besser, besser erreichbar, etc, pp gestalten wollen. Das nervt mich ungemein. habe eh schon genug zu tun und wenn ich dann noch Werbung machen würde, dann müsste ich ja noch mehr Menschen absagen. Und Leuten abzusagen macht keinen Spaß, dafür bin ich ja nicht Handwerker geworden!

Jedenfalls wundert mich die schiere Menge von Webdesigner*innen, die scheinbar um jeden noch so kleinen Auftrag buhlen. Zum teil wurde ich auch schon angerufen!

Sind die Zeiten wirklich so schlecht geworden, gibt es zu viele Web-Menschen die von KI ersetzt werden?
 
Nicht nur von KI, es gab schon vorher eine schiere Masse an Bausätzen, die für die meisten kleineren Webseiten ausreichend sind in meinen Augen zum Zusammenklicken von ein paar Fotos und Inhalten...
 
Kaltacquise per Mail ist aber auch nicht unbedingt ein Zeichen echter bzw ernstzunehmender Anbieter.

Aber klar, selbst mittelkomplexe Projekte mit backend und Co kann ich mit Claude code in kürzester Zeit saubillig bauen und die sind bei vernünftige prompten immer noch viel besser als alles, was ich in mühsamer Frickelei über Wochen bauen kann.
 
Ich weiß nicht, wie es euch geht, doch mittlerweile trudeln bei mir als selbstständiger Schreiner täglich mehrere Mails ein, von Menschen, die gerne meine Webseite schöner, besser, besser erreichbar, etc, pp gestalten wollen. Das nervt mich ungemein. habe eh schon genug zu tun und wenn ich dann noch Werbung machen würde, dann müsste ich ja noch mehr Menschen absagen. Und Leuten abzusagen macht keinen Spaß, dafür bin ich ja nicht Handwerker geworden!

Jedenfalls wundert mich die schiere Menge von Webdesigner*innen, die scheinbar um jeden noch so kleinen Auftrag buhlen. Zum teil wurde ich auch schon angerufen!

Sind die Zeiten wirklich so schlecht geworden, gibt es zu viele Web-Menschen die von KI ersetzt werden?
Ich habe schon zahlreich auf Instagram Reels von Leuten gesehen, die eben solche Kaltaquise betreiben und die Website dann, wenn seitens des Angerufenen Interesse besteht, einfach per KI bauen. Also wahrscheinlich nicht nur Webdesigner, die Konkurrenz durch KI bekommen, sondern auch Nicht-Webdesigner, die mittels KI versuchen, in dem Feld Geld zu verdienen.
 
Schon vor 20 Jahren gab es bei Switch Reloaded die Schwakowiaks: Melanie die arbeitslose Webdesignerin, und Herbert den arbeitslosen Arbeitslosen. [1]

Mein im selben Mehrfamilienhaus wohnender damaliger Vermieter machte Webdesign im Nebenerwerb, wenn die Hausverwaltung gerade nicht seine volle Arbeitskraft band.
Als er herausgefunden hatte, dass ich auch "irgendwas mit IT" mache, zeigte er mir mal seine Arbeit. Ich weiß nicht mehr welches Tool er dafür nutzte, aber es sah nicht wesentlich komplexer aus als das Zusammenschieben einer Powerpoint-Präsentation. Code schrieb er jedenfalls nicht. Das machte das Tool. Und so wüst sah der Code dann auch aus.


[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Switch_reloaded#Wiederkehrende_Elemente
 
Zuletzt bearbeitet:
Viele Firmen (auch kleine) haben aber auch oft eine Hompage aus der Hölle (Design frühe 2000er).
Auch wenn die Auftragslage aktuell gut ist, sollte man die Homepage nicht vernachlässigen.
Entweder finden man so neue Mitarbeiter oder auch Kunden die bereit sind 1€ mehr für einen großen Auftrag auszugeben.
Als Kunde bin ich dann auch mehr bereit meine Daten/Projektdaten vertrauenswürdig zu übergeben.

Ja, Kaltaquise ist nervig.
Gibt es aber auch schon seit langen und in jeder Branche.
Die allgemeine Wirtschaftslage ist aktuell gerade kompliziert und jeder greift da nach einer Möglichkeit Geld zu verdienen.
 
In meinen Augen ist das Thema Webdesign bzw. Agentur tot. Wir haben unsere Firmenwebseite bisher auf Wordpress laufen gehabt - und vor kurzem einmal komplett redesignt. Mit Fable. Alles was gebraucht wurde, von Inhalten, Bildzuschnitten, Animationen, Kontaktformular, internationale Seiten - alles neu. Das bisherige CI war die Basis für das Design. Läuft soweit einwandfrei und Wordpress sind wir auch los. Das ist eifach abgefahren.

Ja, das hängt auch immer von der Ziel-Webseite ab, und wieviel man ändern will, ob es um ein Blog, Shop o.ä. geht - aber bspw. Handwerksbetriebe mit viel statischen Inhalten: Wozu noch eine Agentur?
 
Wozu noch eine Agentur?
Jene erstellen idR Corporate Design, Webseite, Briefbogenpapier, Visitenkarten. Alles einheitlich. Manche übernehmen dann auch Newsletter, E-Mail Kampagnen, E-Mail Verteiler wie (Marketing Infos) etc etc etc.
Messeauftritte, Vor Ort Veranstaltungen für z.B. Sommerfeste, Facebook / Instagram Auftritte, Personalgewinnung. Social Media Auftritten, Videos etc. etc.
Alles normal Zustand in größeren, aber auch kleineren und "kommunikationsintensiven" /oder Vertriebsnahen Firmen.
Nicht alle leben von Empfehlungen und Mund zu Mund Propaganda. Oder der Mithilfe der Ehefrau vom Chef, die vor ~20 Jahren "da was irgendwas gemacht hat". Alles erlebt bei ehemaligen Arbeitgebern von mir. Die sind auch vom Denken her vor 25 Jahren stehen geblieben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich will hier niemanden an den Pranger stellen...
ABER
Solche Webseiten gibts es leider immer noch viel zu viele.
Ja, ich verstehe das Handwerker u.ä. kein Geld für einen schickiemickie hippen Webauftritt mit allen Social Media Diensten usw. ausgeben möchte.
Aber wenn man es schon nicht selbst kann, dann muss man leider in den sauren Apfel beisen und jemand Externen damit beauftragen.
Wer nicht schreinern kann, muss das ja auch tun.
Man kann das ganze ja trotzdem dann führ einen überschaubaren Betrag beauftragen, je nach dem was alles für den Webauftritt gebraucht wird.
Heutzutage gibt es da ja viele Baukästen, die es ja immer einfacher/günstiger machen.

So sollte es hoffentlich nicht aussehen
 
Moinsen!

Welcher Kleinunternehmer und/oder Handwerker mit wenig Kontakt übers www benötigt denn mehr als eine Art "Visitenkarte" im Netz?

Da fällt mir ein ehemaliger Cheffe ein: Der wollte von mir (Gelernter Groß- & Außenhandelskaufmann mit 'ner (in dem Laden) eher überdurchschnittlichen IT-Affinität) eine Webseite, über die man durch die Ausstellung seines Unternehmens wandeln können sollte. So ca. 1999/2000. Kosten? Bitte so kostenneutral wie möglich. Ausgelacht habe ich ihn nicht, aber es war nicht weit davon weg. Das war auch der Kerl, welcher einen Telekommunikationsanbieter angefordert hat von wegen VOIP und so. Zu der Zeit war die Firma mit ein paar (Zehn?) "Amtsleitungen" mit dem Telefonnetz verbunden. Feeeiiinster Klingeldraht aus hochreinem Kupfer! An ISDN kann ich mich nicht mehr sooo genau erinnern.

Langer Rede kurzer Sinn: Es gibt offensichtlich auch heute noch Opfer abzufischen. Wer auch immer sich diese Mühe macht und dann am Ergebnis spart: Viel Erfolg, solange das geht. (y) ;)


Gruß,

Kai
 
Ich dachte immer, die Webdesigner sind snowboarden? Da hat mir die Werbung wieder was falsches erzählt.
 
Jene [Anm.: Agenturen] erstellen idR Corporate Design, Webseite, Briefbogenpapier, Visitenkarten. Alles einheitlich. Manche übernehmen dann auch Newsletter, E-Mail Kampagnen, E-Mail Verteiler wie (Marketing Infos) etc etc etc.
Schön und gut und richtig.

Messeauftritte, Vor Ort Veranstaltungen für z.B. Sommerfeste, Facebook / Instagram Auftritte, Personalgewinnung. Social Media Auftritten, Videos etc. etc.
Hab ich hier bei meinem AG (>1000 Mitarbeiter) nie gesehen.

Mund zu Mund Propaganda
Nur der Form halber, weil es mir die Hirnwindungen zerquetscht:
Entweder machst du Mundpropaganda oder Mund-zu-Mund-Beatmung, aber bitte keine Mund-zu-Mund-Propaganda! Das ist nicht jugendfrei und gehört zumindest vor 22 Uhr nicht in ein Technikforum. ;)


Ich habe mir den Code nicht im Detail angesehen (laut HTML-Header wurde sie mit NetObjects Fusion 7 von 2002 erstellt), aber oberflächlich finde die Website nicht schlimm. Ja, man könnte sich daran stören, dass manche Texte in der Seitenleiste abgeschnitten sind (Firefox hier), und der Hintergrund zwar thematisch passend, aber schwierig in Bezug auf den Kontrast zum Text im Vordergrund ist.
Klar sieht die Seite so aus, als wäre sie zur Jahrtausendwende erstellt worden. Aber sie funktioniert mit völlig zugenageltem Browser ohne irgendwelche Scripte, ist klar strukturiert, schnell und zappelt nicht.
Und sie ist informativ. Sie sagt: "Wir machen das und das und das ..." Was soll ein Handwerker mehr schreiben? Als Nicht-Holzfachmann fände ich ein paar Beispielbilder zu erbrachten Leistungen schön, aber mit Blick auf die Bandbreite kann ich verstehen, dass man sich das gespart hat, auch wenn das heute eher kein Argument ist, wo praktisch jeder über eine Breitbandverbindung verfügt.

Unter'm Strich finde ich die Website eine Wohltat - etwas nostalgisch zwar, aber im Gegensatz zu manch moderner Website, die ohne 3rd-Party-Scripte nicht funktioniert, welche ich nicht mal mit Bauschschmerzen aufmache, weil dann sonst wer auf meinem System rumschnüffelt, sicher keine Website aus der Hölle.
 
Heutzutage gibt es da ja viele Baukästen, die es ja immer einfacher/günstiger machen.

So sollte es hoffentlich nicht aussehen
Schon richtig, aber gerade im lokalen Handwerk gibt es eine Vielzahl von grundsoliden oder vielmehr traditionell erzkonservativen Unternehmen, die wollen sich gar nicht durch ein Multimedia-Spektakel darstellen - weil sie es einfach nicht brauchen.

Man kennt sie, vielleicht schon seit Generationen, ist vielleicht schon mit Opa zum Seppelhuber oder Hintermoser geschlappt und jeder im Umkreis weiß, daß es der beste Tischler oder Fleischer im Landkreis ist. Wenn man dann als Zugereister den Tip bekommt "Geh doch zum Seppelhuber" und es dem dann peinlich ist, nicht zu wissen wo der sein Geschäft hat, wird man hierdurch dann zumindest fündig, ohne sich durchfragen zu müssen.

In genanntem Falle - Erfrischend angestaubtes Inet wie frisch aus dem letzten Jahrtausend importiert, altbacken aber schlank und informativ mit ein wenig zu viel Text. Genau so schräg wie meine Beiträge hier im Forum.

Ansonsten bei genanntem Tischler-Beispiel irgendwie ganz großes Vintage-Kino, genau so wie damals im Kinderzimmer am Atari oder C64 von den Enkeln zusammengebastelt, weil man ja mit der Zeit gehen und auch in diesem neuartigen Internet vertreten sein wollte. Was allerdings hilfreich wäre, die Öffnungszeiten, ein Anfahrplan oder als Zugeständnis zur Gegenwart die GeoPos-Daten für's Navi.

Als Multimedia-Beigabe vielleicht noch einige wenige aber aussagekräftige Bilderchen als Dreingabe - von erfogreich abgeschlossenen Baustellen, auf die die Handwerkerseele stolz ist.

Und jetzt zerreißt mich...!
 
Zumindest solange die Basics bei den Webseiten gemacht sind (namentlich SSL verfügbar und korrekt) und das Layout wenigstens halbwegs gut funktioniert, muss da nicht wahnsinnig viel optimiert oder designed werden.

Kommt denke ich immer auf die jeweiligen Inhaber und dessen Ziele an. Wenn die Auftragslage eh gut ist und bessere Auffindbarkeit eher zu mehr Ablehnung führen würde, würd ich das auch so lassen.

Schlechter wird es eher dann, wenn die Webseiten unbrauchbar sind, weil inhaltlich oder technisch veraltet, da gerade letzteres wieder immensen Einfluss auf Search Rankings etc. hat oder gar dazu führt das Nutzer die Seite gar nicht erst aufrufen, weil Browser Warnungen ausspucken oder sonstwas.

Generell ist Kaltakquise in dem Bereich natürlich eher nervig, das was viele von denen machen lässt sich mit einem Baukasten eh auch selbst abdecken.
 
Moin!

Klassische Totschlagargumentation hilft nicht.
Doch! *patsch* ;)

Bitte meine Einlassung noch einmal genaue betrachten: Ich habe ja nichts ausgeschlossen, sondern eher nach Beispielen gefragt. Zugegebenermaßen mit der Intention, nicht besonders viele Antworten zu bekommen. :cool:

Gruß,

Kai
 
sondern eher nach Beispielen gefragt
naja, gerade bei einem Schreiner würde ich schon ganz gerne wissen, was genau er so macht und dann auch gerne ein par Bilder seiner Arbeiten sehen. Und so geht es mir eigentlich mit den meisten Handwerkerleistungenm außer vielleicht Elektriker und Hausmeisterservice.
 
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