Homeserver - Festplatten und OS?

iYassin

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Nach der umfangreichen Beratung hier im Forum habe ich mich jetzt entschlossen, meinen Dell T20 als Homeserver zu behalten. Jetzt steht aber die Auswahl von neuen Festplatten, deren Einrichtung und die Entscheidung für ein OS an - daher würde ich Euch gerne wieder um Eure Hilfe bitten. Ich habe versucht, das ganze zu strukturieren, damit man nicht den Überblick verliert ;)

Bisher habe ich im T20 folgende Datenträger:
- 80 GB-SSD: Windows 10 Pro inkl. Programme
- 1 TB Seagate ST1000DM003 3,5" HDD: Benutzerdaten
- 3 TB Toshiba DT01ACA300 3,5" HDD: Fotos + Videos, Backups anderer Datenträger, sonstige Daten
- 3 TB Toshiba DT01ACA300 3,5" HDD: Backup Fotos + weitere Backups anderer Datenträger, sonstige Daten

Das Problem ist also: Nur die Fotos sind zumindest auf einem anderen Datenträger (wenn auch am gleichen Ort im gleichen PC) gesichert - den Rest der 3TB-Platten habe ich mit anderen Daten gefüllt, da liegt eventuell auch etwas redundant vor, aber das ist dann zumindest nicht beabsichtigt ;) insgesamt sind auf den beiden 3TB-Platten zusammen noch knapp 500GB frei, durch Aufräumen sinnloser Daten komme ich sicherlich auf 750GB-1TB freien Platz.
Mein Ziel wäre nun: Den T20 für den Zweck als NAS (Anbindung per Gbit-LAN) neu einrichten, Daten organisieren, Speicherplatz erweitern (8TB sollte reichen, da ja die Benutzerdaten mittlerweile auf dem T470p sind, d.h. im Vergleich zu bisher hätte ich dann 2TB mehr zur Verfügung) und ein Backup sämtlicher Daten haben.

Neue Festplatten
bräuchte ich ja als erstes. Als Backup-Medium habe ich mir beim aktuellen Prime Day eine Seagate Backup Hub Plus 8TB zugelegt, die ich auch aus dem Gehäuse ausbauen könnte.
Nun wäre für die Hauptfestplatten die Fragen: Eine 8TB-Festplatte oder zwei 4TB/drei 3TB? Machen für Dauerbetrieb zertifizierte HDDs Sinn, auch wenn der T20 per WoL aktiviert wird? Reichen langsamere "NAS/Backup"-Platten aus, wenn ich von T470p aus auf dem Server arbeiten möchte?

Könnt Ihr hier evtl. bestimmte Modelle empfehlen, z.B. die WD Red oder Seagate Ironwolf?

Einrichtung der Festplatten und Backups
wäre dann die nächste Frage. Der Intel Storage Controller im T20 unterstützt RAID, d.h. wenn ich zwei 4TB-Platten nehme, könnte ich ein RAID 0 einrichten. Macht das für diesen Anwendungszweck Sinn?

Und zum Thema Backup (also die Seagate 8TB-Platte): Am besten wäre wahrscheinlich ein Backup im PC bzw. in meiner Wohnung und ein Offsite-Backup, aber das ist finanziell leider nicht drin. Daher muss ich mich entscheiden, ob ich die 8TB-Platte mit in den T20 hänge und darauf sichere, oder ob ich sie im Gehäuse lasse und dann regelmäßig anschließe - und als externe HDD könnte ich sie dann ja auch woanders unterstellen. Eine dritte Möglichkeit wäre, sie woanders an einen Raspberry Pi zu hängen und automatische Backups per Internet durchzuführen, wobei das sich natürlich ziehen kann, wenn auf einmal 100GB neu dazukommen.
Wie würdet Ihr Euch da entscheiden?

Einrichtung eines OS
wäre dann der letzte Punkt. Aktuell läuft auf dem T20 Windows 10 Pro und in meinem letzten Thread wurde schon von W2KShadow vorgeschlagen, dass ich ja z.B. längere Export-Jobs in Lightroom auf dem T20 laufen lassen könnte (die Bilder laufen ja eh darauf), während ich mit meinem Laptop unterwegs bin - das spricht natürlich für Windows. Ich wäre auch FreeNAS bzw. generell einer Linux-Lösung gegenüber offen, muss aber dazu sagen, dass ich wenig Ahnung von Linux habe - daher die Frage, ob das Sinn macht.
Was würdet Ihr mir empfehlen?

So, ich hoffe, es ist nicht allzu lang geworden. Ich würde mich sehr über Eure Hilfe freuen!

Viele Grüße,

iYassin
 
Das hab ich schonmal gemacht, mir gefällt OpenMediaVault insgesamt deutlich besser, auch aufgrund der verfügbaren Plugins. Ich dachte nur, dass ZFS halt in FreeNAS so tief verankert ist und in OMV nur eine "Pluginlösung" darstellt, sodass ich mich frage, ob das sicher genug ist, ZFS in OMV zu benutzen.
Wie gut es in OMV funktioniert, kann ich mangels Erfahrung nicht sagen. Im Debian-basierten Proxmox läuft ZFSonLinux aber gut, das setze ich auf diversen Servern ein.

Okay! Ich könnte ja auch mit einem RAID5 anfangen und dann nachher auf ein RAID6 erweitern, wenn ich das richtig verstanden habe, oder? Nur bei ZFS ginge das nicht, also von RAIDZ1 auf RAIDZ2?
Richtig, ein RAID5 zu einem RAID6 umzuwandeln ist mit mdadm unter Linux kein großer Akt bzw. ein Einzeiler. Mit ZFS geht das nicht. Da hilft dann nur: Alle Daten runterkopieren/sichern, das ZFS "platt machen" und als RAIDZ2 neu einrichten.

Ich nehme mal an, du würdest aber trotzdem noch eher ZFS mit RAIDZ1 empfehlen als ein RAID5, das später auf ein RAID6 erweitert wird?
Wenn du so fragst, würde ich gleich ein RAIDZ2 empfehlen :D Ein RAID5, welches zu einem RAID6 erweitert wird, hat seine Vorteile in der Parität, ein RAIDZ1 in den Checksums und eben den weiteren Features. Man muss hier aber aufpassen zu vergleichen, RAID5 und 6 sind reine Paritäten auf dem Block-Layer, ZFS ist dagegen ein Dateisystem, also eigentlich eine Ebene darüber - nur dass es wiederum noch Features vom Block-Layer mit übernimmt. Etwas komplex... Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto eher würde ich sagen: Lieber RAIDZ1 (und ggf. später plattmachen, um ein RAIDZ2 draus zu machen), als ein RAID5. Beim RAIDZ1 bekommst du wenigstens mit, wenn eine Datei kaputt geht durch so einen Lesefehler bei den HDDs. Beim RAID5 eventuell nicht.


Okay, dann würde ich es, glaube ich, wirklich mit OMV umsetzen.
Mir fällt spontan nichts ein, was dagegen spricht :)


Oh, das ist schonmal sehr gut zu wissen, dass man ein RAID doch auch noch wiederherstellen kann, wenn der Rebuild scheitert.
Zumindest gehts mit den Standard-Linux-Tools wie mdadm und den passenden Dateisystem-Tools. Mit ZFS habe ich, was das angeht, noch wenig Erfahrung. Aber ich wüsste nicht, warum es da groß anders sein soll.
 
Okay, danke dir! Ich glaube, dann werde ich es wirklich mit ZFS probieren. RAIDZ2 ist aber leider wirklich nicht drin, eigentlich hatte ich ja schon nur 2 HDDs eingeplant ;)

Was würde denn nun zwecks Organisation am meisten Sinn machen? Ich möchte ja mit dem Server folgendes abdecken:
- Bilder, Videos und alte Daten (ja, teilweise unsortiert) im Netzwerk verfügbar machen
- Backup der Datenfestplatte meines Raspberry Pi (darauf landen momentan Nextcloud sowie das Backup meines T470p)

Würde man das alles in separate ZFS-Filesystems organisieren? Oder lieber einfach direkt im Pool entsprechende OMV-Datenordner (oder sogar nur einen Ordner für alles, um ein Netzlaufwerk in Windows zu haben?) anlegen und die entsprechend organisieren?

Habt Ihr Eure Homeserver/NAS von außen erreichbar? Und falls ja, noch mit irgendwelchen speziellen Sicherheitsvorkehrungen?
An sich wäre das natürlich super, spontan außerhalb mal auf die Fotodatenbank oder so zugreifen zu können... außerdem könnte ich dann die Backups meines T470p direkt auf den Server laufen lassen. Nextcloud würde ich auf dem Pi lassen, da ich den Homeserver bei Nichtbenutzung in Standby schicken möchte, die Nextcloud soll aber immer verfügbar sein. Aber irgendwie habe ich da Angst, einen Konfigurationsfehler zu machen, wenn ich den Homeserver von außen zugreifbar mache...

Und zu guter Letzt zum Thema Backups: Ist es ratsam, da auch auf ZFS zu setzen und Snapshots in einen anderen Zpool auf meiner USB-HDD zu schicken, analog dieser Anleitung? Oder wäre es nicht viel einfacher, mittels Rsync oder Duplicati (das nutze ich für die Backups meines TPs sehr gerne) einfach inkrementelle Backups auf die HDD zu packen?
 
Bei mir gibt es einen Ordner für die SMB-Freigabe, in dem (in Unterordnern) alle Medien, Dokumente, etc. liegen. In weiteren Ordnern ohne SMB sind „Arbeitsdaten“ (z.B. SQL-Datenbanken) untergebracht. Dateisystem ist aber ext4 und ohne RAID. Backup erfolgt über eine zweite, externe USB-Platte mit rsync.


Zugriff auf alle Medien (Fotos, Filme, Musik) erfolgt über einen Medienserver (in meinem Fall emby). SMB auf Android ist zu umständlich und Nextcloud bei sowas ziemlich lahm.


Sämtliche Dienste mit Webserver sind mit einem von LetsEncrypt signierten SSL-Zertifikat verschlüsselt. Damit das innerhalb des Heimnetzwerkes vernünftig funktioniert läuft ein eigener DNS-Server (BIND).


Der Fernzugriff erfolgt via VPN (OpenVPN AS). Darüber, ob die doppelte Verschlüsselung mit SSL und VPN wirklich nötig ist, kann man streiten. Es schadet aber auch nicht wirklich [FONT=&quot][/FONT].

Bis auf den SMB-Server läuft alles Genannte in eigenen Docker-Containern. Ist imho (wenn man einmal den Dreh raus hat) wesentlich einfacher zu konfigurieren.
 
Also ich würde alles auf jeden Fall schon mal zu einem ZFS Pool zusammenfassen. In diesem kannst du natürlich mit verschiedenen Subvolumes/Filesystems arbeiten oder eines erstellen und mit Unterordnern arbeiten. Ich glaube, ich würde einfach einen Ordner erstellen, diesen per SMB/Samba freigeben, und darin mit Unterordnern arbeiten.

Mein Homeserver ist nicht (direkt) von außen erreichbar. Nur via VPN.

Backups: Also mit Snapshots zu arbeiten, ist schon mal sehr wichtig, um konsistente Backups zu haben. Egal, ob man danach den Snapshot per Rsync oder per "zfs send" sichert. Ich glaube, ich würde alle paar Monate einmal eine dateibasierte Komplettsicherung machen, also rsync oder ähnliches nutzen und die regelmäßigen Backups mit "zfs send". Dabei halt auch alle paar Monate einmal komplett (und dabei das letzte Komplettbackup dann einfach ersetzen) und dazwischen dann nur die inkrementellen Sicherungen, um Platz zu sparen. Natürlich kann man die mit "zfs send" übertragenen Daten irgendwo mit "zfs receive" wieder in ein ZFS packen, man kann aber auch einfach das Ergebnis z.B. in eine ganz banale (Image-)Datei schieben. Dann muss auf dem Backup-Datenträger nicht auch ein ZFS laufen.
 
Okay, vielen Dank für Eure Antworten! Ich habe es jetzt folgendermaßen eingerichtet:
- Ein ZFS-Pool mit allen HDDs
- Drei Volumes: Daten, Backups (mit LZ4-Kompression) und Nextcloud-Backup

Jetzt muss ich mich dann mal dem Thema SSL und VPN auseinandersetzen. Ebenso mit den Backups, nachdem nun alle Daten auf dem Server angekommen sind. Dazu mal noch eine Frage: Ich kann also mit rsync eine Komplettsicherung machen, dann mache ich Snapshots, die ich mit "zfs send" in eine Imagedatei schreibe und aus beidem zusammen kann ich dann jeden einzelnen Snapshot-Zeitpunkt wiederherstellen?
 
Reihenfolge leicht umgekehrt. Du machst einen Snapshot. Damit hast du erstmal einen konsistenten fixen Stand. Den Stand kannst du mit rsync sichern und mit zfs send in eine Imagedatei schreiben. Zum Wiederherstellen reicht eines von beidem. Daher würde ich auch nicht jedes Mal beides sichern. Die rsync-Variante ist für den Fall, dass mal alles schief läuft und die ZFS Images nicht auslesbar sind, der Backupdatenträger bei der Wiederherstellung aufgibt (so dass du nur einen Teil bekommst) oder keine Ahnung was noch so passieren kann. Für den Normalfall sollten die ZFS-Images ausreichen. Du brauchst dann halt zum Wiederherstellen den ersten Snapshot (quasi Vollbackup) und alle weiteren Snapshots als eine Art "diff" (inkrementelle Sicherungen).

Hmm. Mein Beitrag ist vielleicht nicht einfach nachzuvollziehen. Bei Fragen: frag einfach :)
 
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