Für die Einarbeitung in Linux benötige ich ein wenig Hilfe, insbesondere was die Verwendung des Terminals und die Installation von Software angeht. Gibt es hier eine gute Übersicht der wichtigsten Befehle und wie man Software(-pakete) installiert bzw. wie man herausfindet, wie die benötigten Pakete überhaupt heißen ?
Was für dich die wichtigsten Befehle sind hängt davon ab, was du tun möchtest. Allgemeine Ratschläge sind daher schwierig. Falls du grundsätzlich weißt, welchen Befehl du verwenden möchtest, dann bietet dir die Manpage des Befehls eine umfassende (und daher manchmal erschlagende) Referenz zur Benutzung:
Das Standardwerkzeug zur Paketverwaltung unter Debian in der Konsole ist "apt". Damit kannst du z.B. nach "python" suchen:
Nun wirst du eine unüberschaubar lange Liste an Paketen bekommen. Warum das so ist, verrät die manpage zu apt:
man apt schrieb:
search (apt-cache(8))
search kann zur Suche nach den angegebenen regex(7)-Begriffen in der Liste verfügbarer Pakete und zur Anzeige der Treffer
benutzt werden.
"apt" ist also (auch) ein Frontend für "apt-cache" und die Suchstrings sind Reguläre Ausdrücke.
Letzteres bedeutet, dass "apt-cache search" hier alle Pakete ausgeben wird, die "python" im Namen haben. Bei geneuerer Betrachtung der Ausgabe sehen wir aber, dass da noch viel mehr Pakete ausgegeben werden, die "python" nicht im Namen haben.
Warum ist das so?:
man apt-cache schrieb:
search regulärer_Ausdruck...
search führt eine Volltextsuche in der Liste aller verfügbaren Pakete für das angegebene reguläre Muster gemäß POSIX
durch, siehe regex(7). Es durchsucht die Paketnamen und die Beschreibungen nach einem Vorkommen des regulären Ausdrucks
und gibt den Paketnamen mit einer kurzen Beschreibung, einschließlich virtueller Paketnamen, aus. Wenn --full angegeben
wurde, ist die Ausgabe gleich der, die show für jedes passende Paket erzeugt. Wenn --names-only angegeben wurde, wird die
lange Beschreibung nicht durchsucht, sondern nur der Paketname und die bereitgestellten Pakete.
Es werden also nicht nur die Paketnamen durchsucht, sondern auch deren Beschreibungen. Wenn wir das nicht wollen, können wir die Suche mittels des Schalters "--names-only" auf die Paketnamen begrenzen:
Code:
$ apt search --names-only python
Die Liste ist immer noch ziemlich lang, denn wir bekommen alle Pakete zurück, die irgendwo im Paketnamen "python" zu stehen haben. Wir wissen aber, dass hier eine Regex-Suche stattfindet. Also können wir die Suche weiter eingrenzen, und z.B. ausdrücklich nur nach "python" suchen:
Code:
$ apt search --names-only ^python$'
Hmm, die Liste ist leer. Ein Paket das tatsächlich nur "python" heißt, gibt es also nicht. Wir ahben aber vieleicht vorher in der Ausgabe irgendwas mit "python3" gesehen. Und tatsächlich, das Paket gibt es:
Code:
$ apt search --names-only '^python3$'
Sortierung… Fertig
Volltextsuche… Fertig
python3/stable,now 3.9.2-3 amd64 [Installiert,automatisch]
Interaktive objektorientierte Hochsprache (Python3-Standardversion)
Nun könnten wir es installieren (wenn es das bei mir nicht schon wäre):
Es gibt diverse Alternativen zu apt. Genannt seien hier v.A. apt-get (wofür apt ein Frontend ist), aptitude und das grafische Programm synaptic.
Außerdem gibt es noch die Online-Paketsuche [1], welche als Referenz nützlich ist.
Aktuell habe ich noch ein jungfräuliches Debian 11 und mein nächster Schritt wäre jetzt die Installation von Python 3.10 sowie PyCharm.
Wie bereits von
@returnofdarkness erwähnt, enthält Debian stable Python 3.9. Falls du nicht ausdrücklich Version 3.10 benötigst, solltest du die offizielle Paketquelle benutzen.
Debian setzt voreingestellt noch einen separaten User root für´s Administrieren. Oft ist es aber praktischer, mittels sudo vom normalen User-Account aus zu arbeiten. Das muß bei Debian dann
noch eingerichtet werden.
Das ist nicht grundsätzlich falsch, aber es gibt gute Gründe, root- und Nutzeraccount streng zu trennen.
Die heute verbreitete Art der sudo-Nutzung, wie sie von Ubuntu popularisiert wurde, ist eigentlich eine Zweckentfremdung des Werkzeugs und bringt gewisse Probleme mit sich.
Ich würde daher die Nutzung von sudo nach Ubuntu-Vorbild nicht zur allgemeinen Empfehlung für Einsteiger machen.
PyCharm ist meiner Meinung nach eine sehr gute IDE, die auch für Anfänger gut geeignet ist. Alternativ kann ich ansonsten noch Visual Studio Code empfehlen. Dieses gibt es auf der Webseite auch als .deb Paket, welches man herunter laden und anschließend installieren kann (Die Googlesuche nach "Debian install .deb" sollte dazu eine bebilderte Anleitung bringen).
Meine Erfahrungen zu Python sind sehr begrenzt, daher mag das tatsächlch die praktikabelste Lösung sein.
Aus Sicht eines erfahrenen Debiananwenders werfe ich hier aber mal eine Fremdquellenwarnung. [2] Falls es keine guten Gründe dagegen gibt, sollte man nach Möglichkeit Software aus den offiziellen Paketquellen verwenden.
[1]
https://www.debian.org/distrib/packages
[2]
https://wiki.debian.org/DontBreakDebian