SCSI-Festplatte in "normalem" Rechner?

cyberjonny

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Hallo miteinander,

mir ist gerade zufällig eine alte SCSI-Festplatte in die Hände gekommen (leider SCSI-2, 50-polig mit max. 20MB/s, also nicht wirklich tauglich ;)), wobei mir allerdings der Gedanke durch den Kopf geschossen ist, nach Möglichkeit "spaßeshalber" mal eine kleine 10k oder 15k SCSI-Platte in meinen Rechner zu basteln - einfach um mal das "Feeling" zu haben, wie sich das bei der Nutzung so anfühlt.
Nun ist natürlich in erster Linie der Preis das Problem. Einige 100 Euro für einen aktuellen SAS-Controller plus passende Festplatte will ich auf gar keinen Fall ausgeben.
Deshalb bin ich nun am überlegen, wie es wäre, eine (oder zwei) "SCSI-Generationen" zurückzugehen, nämlich zu SCSI Ultra-160 oder Ultra-320, und das Ganze damit umzusetzen. Die Preise sind zwar immernoch vergleichsweise hoch, wobei sie für eine kleine, gebrauchte System-Platte durchaus im Rahmen wären. Einen passenden Controller bräuchte ich allerdings auch.

Und hier fangen auch schon die Fragen an:
Ist es überhaupt "einfach so" möglich, solch eine SCSI-Platte in einen "normalen" Rechner zu bauen?
Die Controller haben meistens auch einen "großen" PCI-Anschluss, der nicht so aussieht, als würde er in den normalen PCI-Slot meines Mainboards passen. Gibt es SCSI-Controller (Ultra-160/320), die für normales PCI passen?
Was genau bzw. wie groß genau ist der Unterschied zwischen Ultra-160 und Ultra-320. Klar, die Transferraten, aber werden die überhaupt in dieser Form erreicht? 320MB/s?
Wenn es einem mehr auf die Zugriffszeiten (also Rotationsgeschwindigkeit) ankommt, kann man dann auch getrost zu einer Ultra-160-Platte/Controller-Kombination greifen, oder hat Ultra-320 noch andere Vorteile?
Es gibt SCSI Ultra-160/320 mit 68 Pins und mit 80 Pins. Wo liegt der Unterschied? Was muss man beachten?
Muss man Spezielles beachten, damit Controller und Platte reibungslos - bzw. überhaupt - zusammenarbeiten?

Und zu guter Letzt: Macht es in euren Augen überhaupt Sinn, dieses kleine "Experiment" durchzuführen?
Hat schonmal jemand so etwas gemacht?

Wäre top, ein paar Infos zu bekommen! :)
Gute Nacht, Jonny
 
qerni' schrieb:

Wenn Du dieses Paket hier bekommen hast gehört das eine Kabelende auf den Controller (also nicht zwischendurch irgendwo abgreifen) und auf das andere Ende der Terminator (sieht auf dem Bild so aus, als würde der mittendrin stecken, was definitiv falsch wäre).

Der Controller ist ein echter 2-Kanal-Controller, d.h. der Adapter auf dem Slotblech bildet mit einem der beiden 68-poligen Anschlüsse einen Kanal, der andere 68-polige mit dem 80-poligen (was mit was zusammenhängt sagt Dir das Manuel zu diesem Adapter). Wenn die Platten nur 80-polige Anschlüsse haben, kannst Du auch ein 80-poliges SCSI-Kabel nehmen. Auf den letzten Abgriff des 80-pol. Kabels kommt dann das Gerät, daß Du per Jumper terminieren musst. Ich behaupte 'mal, daß Du keinen Geschwindigkeitsunterschied festellen wirst.

1-2 80-polige SCSI-Kabel mit 3 Abgriffen (zum Anschluß an Controller + 2 Geräte) kannst Du gern gegen Portoerstattung haben. Wenn Du die Buchsen von einem der Kabel vorsichtig 'runterholst, kannst Du Dir damit auch ein Kabel mit 6 Abgriffen basteln (wobei Du Mindestabstände zwischen den Abgriffen streng beachten musst).
 
Also damit ich das richtig verstehe:

Controller -- Kabelende Nr. 1 (das, mit dem "einzelnen" Stecker) -- Kabel -- Anschluss Nr. 1 -- Adapter (68pol + Strom auf 80pol) -- HDD1 -- Kabel [-- Anschluss Nr. 2 -- Adapter/HDD2 -- weitere Anschlüsse/Adapter/HDDs] -- letzter Anschluss mit Terminator

Sehe ich das so richtig?

Gruß, Jonny
 
Jepp.

Bei einer Platte musst Du dann nur die SCSI-Adresse jumpern, auf der 2. auch und dort zusätzl. Term.-Power (wenn ich's richtig sehe hat der Terminator keinen eigenen Stromanschluß).

IBM schreibt in den Manuals, daß Platten die höchsten SCSI-Ids (6+5 bei Dir - 7 hat der Controller) haben sollen - alle anderen Hersteller schreiben 0+1... dieses Mysterium ist imho nie wissenschaftl. geklärt worden. Bei 0+1 brauchst Du weniger Jumper ;-)

Btw. die Platten haben evtl. einen Jumper für "Autostart", d.h. das die Platten bei "Netzteil Power on" anlaufen... oder auch nicht, weil Dein Netzteil gerad' noch nicht stabil "liefert". Du machst nix falsch, wenn Du die Jumper entfernst und im Controller zu den Platten-SCSI-Ids "send start command" auf on stellst. Dann dauert evtl. der Bootvorgang 2-3 Sekunden länger, aber die Platten danken es Dir ggf. mit längerer Haltbarkeit. Außerdem geht das Hochlaufgeräusch "uuuuuaaaaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii" nicht im allgemeinen Bootgetöse unter ;-)
 
Hääää, jetzt bin ich noch verwirrter... ;)

Ich möchte eigentlich erstmal nur eine einizge Platte anschließen und dort mein OS per Acronis drauf klonen... Nur um mal zu sehen, wie das mit 15k rpm so ist, von der Geschwindigkeit, vom Feeling her und von der Lautstärke.

Ich kann, so wie ich das sehe, am Adapter (68pol auf 80pol) eine ID jumpern. Sollte ich das tun oder nicht? Und bei einer einzigen Platte, welche ID vergebe ich dann? 0 oder 1? Und ist es egal an welchen Anschluss ich die Platte hänge (mal vom Controller-Anschluss abgesehen natürlich) oder müssen die Platten in einer bestimmten Reihenfolge sein?

Außerdem: Wenn der Controller mal eingebaut is: Wie komme ich in dessen BIOS um die entspr. Einstellungen vorzunehmen?



Eigentlich dachte ich mir meine Vorgehensweise ungefähr so:
1. Controller einbauen
2. HD einbauen
3. Beides mit Kabel, Adapter und Terminator verbinden
4. Windows starten
5. Mein OS auf die SCSI-Platte klonen
6. SCSI-Platte wird zu C bzw. als primäre-OS-Platte
7. Alles läuft ;)

Da sind wohlgemerkt keine Jumperungen/Einstellungen etc. drin, die muss ich nebenher irgendwie reinpfrimeln^^

Gruß, Jonny
 
> Ich möchte eigentlich erstmal nur eine einizge Platte anschließen und dort mein OS per Acronis drauf klonen... Nur um mal zu sehen, wie das mit 15k rpm so ist, von der Geschwindigkeit, vom Feeling her und von der Lautstärke.

Hab' verstanden.

> Ich kann, so wie ich das sehe, am Adapter (68pol auf 80pol) eine ID jumpern. Sollte ich das tun oder nicht? Und bei einer einzigen Platte, welche ID vergebe ich dann? 0 oder 1? Und ist es egal an welchen Anschluss ich die Platte hänge (mal vom Controller-Anschluss abgesehen natürlich) oder müssen die Platten in einer bestimmten Reihenfolge sein?

Hmmm - da frag' sicherheitshalber 'mal den edlen Spender... ich kenne nur entspr. Adapter, wo nix weiter einzustellen ist.

> Außerdem: Wenn der Controller mal eingebaut is: Wie komme ich in dessen BIOS um die entspr. Einstellungen vorzunehmen?

STRG + A oder Alt + A ...unmittelbar an der Stelle, wo Dein Rechner bisher angefangen hat, von Platte zu booten. Normalerweise wird das auch auf dem Monitor angezeigt (...kann aber im Controller-BIOS auch abgestellt werden - was aber keinen Sinn macht).


> Eigentlich dachte ich mir meine Vorgehensweise ungefähr so:
1. Controller einbauen
2. HD einbauen
3. Beides mit Kabel, Adapter und Terminator verbinden
4. Windows starten
5. Mein OS auf die SCSI-Platte klonen
6. SCSI-Platte wird zu C bzw. als primäre-OS-Platte
7. Alles läuft

Passt eigentl. so. Uneigentl. passt es nicht, weil wir nicht wissen, ob die Platte an dem Controller formatiert wurde. Wurde die Platte das nicht, verschenkst Du evtl. ein bisschen Speed bzw. geht Dein Clonevorgang in die Hose.
Also besser:
3b. PC booten
3c. Adaptec-BIOS aufrufen
3d. Platte formatieren (rechne mit einigen Stunden, je nach Kapazität)


> Da sind wohlgemerkt keine Jumperungen/Einstellungen etc. drin, die muss ich nebenher irgendwie reinpfrimeln

Wenn Du den Adapter draufsteckst, sind an der ganzen Platte incl. Platine keine Jumper oder entsp. Kontaktleisten zu sehen? Hmmm - kann es sein, daß der Stromanschluß auf dem Adapter ist und an der Platte garkeiner? ...dann sind das vermutl. SCA-Platten - das erklärt dann auch die Jumpergeschichte auf dem Adapter :thumbup:

Die Platte schliesse bitte am Kontakt direkt vor dem dem Terminator an.

Term.-Power muß dann der Controller liefern. Hoffen wir 'mal, daß der das auch tut. Merkst Du ganz schnell, wenn er das nicht tut, dann wird entweder die Platte erst garnicht gefunden oder der Formatiervorgang geht in die Hose. Zum zuverlässigen Betrieb bräuchte es dann entweder einen Terminator mit eigener Stromversorung oder zB. ein CDROM samt Adapter für Dein Kabel.

Wenn die Platte nicht gefunden wird bzw. nicht hochläuft, schau' bitte, ob im Controller für die ID eingestellt ist, das da ein Startcommand gesendet wird.
 
Vielen Dank, u.mac für die "Idioten-Anleitung"... damit sollte sich doch was anfangen lassen! ;)

Du hast Recht, die Platte(n) sind SCA-80, sie haben nur einen einzigen breiten (80-poligen?!) Anschluss, kein Jumper, kein Strom, kein gar nix.
Das wird vermutlich auch der Unterschied zwischen 80polig und 68polig sein - 80polig = "all-in-one", 68polig = daten+strom extra, richtig?

Das eine Ende kommt also an den Controller, an den vorletzten Anschluss dann die Platte und an den letzten der Terminator, alles klar.

Werde mich heute Nachmittag/Abend oder spät. am Wochenende wenn ich Zeit finde mal dran machen, das zu testen!

Danke soweit! :)
Gruß, Jonny
 
[quote='cyberjonny',index.php?page=Thread&postID=430757#post430757]
Du hast Recht, die Platte(n) sind SCA-80, sie haben nur einen einzigen breiten (80-poligen?!) Anschluss, kein Jumper, kein Strom, kein gar nix.
Das wird vermutlich auch der Unterschied zwischen 80polig und 68polig sein - 80polig = "all-in-one", 68polig = daten+strom extra, richtig?
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Die SCA-Platten sind für Serversysteme, da sitzt noch "Intelligenz" auf der Backplane, also der Gegenseite des Plattenkontaktes. In Servern müssen die Platten ja im lfd. Betrieb zB. ersetzbar sein, also ohne auszuschalten, Gehäuse zu öffnen, Schraubendreherzückung...
 
Sooo... habe die Platte nun eingebaut und angeschlossen, als ID0 gejumpert, das SCSI-Controller BIOS aufgerufen, das auch direkt die Platte erkannt hat, dann die Platte low-level-formatiert und mein OS mit Acronis auf die neue Platte geklont, diese dann als "C" an die erste Stelle gesetzt und im BIOS ingestellt, dass von ihr gebootet werden soll...


Allerdings muss ich gestehen, bin ich doch etwas enttäuscht. Ich merke rein subjektiv keinerlei Unterschied zu meiner normalen Samsung F1 320GB. Der Bootvorgang ist nicht wirklich schneller geworden, Software öffnet sich normal schnell, das "Feeling" ist eigentlich exakt dasselbe und laut ATTO habe ich so ca. 75/80MB/s read/write, was jetzt auch nicht so krass ist. Kurzum: ich spüre einfach keinen Unterschied zu meiner normalen 7k2-Platte mit ihren 8,9ms Zugriffszeiten.

Dabei sind andere ja schon bei Ihrer 10k-Raptor begeistert, das müsste bei einer 15k-Platte mit Zugriffszeiten im 3,XXms-Bereich doch deutlich spürbar sein?


Ist das wirklich so? Passt da alles?
Oder mache ich etwas falsch - und falls ja: was?
Kann auf die Schnelle jedenfalls keine besondere Einstellung o.ä. finden, um den "Turbo" zu aktivieren... :D


Bitte um Statements von unseren SCSI-Experten!

Gruß, Jonny
 
75/80MB/s... was sagt der Hersteller denn zu diesen Platten?

Festplattendurchsatzprogramme zeigen höchstens, was die Platten können - nicht aber, was das kompl. System zu leisten vermag.

SCSI ist natürlich auch nicht zwingend grundsätzlich schneller - braucht aber üblicherweise weniger CPU. Kopiere 'mal einen Berg Daten über's Betriebssystem von SCSI-Platte 1 nach 2 - da ist SCSI "fire and forget" ;) - und rendere 'mal einen Film von SCSI-Platte zur anderen SCSI-Platte... und vergleiche die Laufzeit mit 2x SATA... schaue Dir die CPU-Last während der Vorgänge dabei 'mal an.
 
Das kommt ja durchaus alles hin, was du schreibst - aber das sind Tätigkeiten, die ich vielleicht einmal in zwei Monaten mache.


Mir kam es mehr auf die theoretisch teilweise fast gedrittelte Zugriffszeit an und damit eigentlich z.B. schnellere Bootzeit, schnelleres Öffnen von Software etc.

Und davon merke ich rein subjektiv eigtl. gar nichts...
 
Will ja nix sagen, aber wenn ich das richtig gelesen habe dann vergleichst Du eine 5 Jahre alte SCSI Platte mit einer aktuellen SATA Platte. Irgendwann ist auch alte Toptechnik mal alt.

Ausserdem kann selbst eine aktuelle SAS Platte gegenüber einer Velociraptor in einem Desktop System langsamer sein. Ganz einfach aus dem Grund der unterschiedlichen Auslegungen. SAS Platten sind für Server ausgelegt auf die vielleicht mehrere hundert User gleichzeitig drauf zugreifen. Und in dem Fall würde auch die Velociraptor einbrechen. In deinem Desktop Rechner sieht das aber sicher anders aus.

Es gibt auch bei Hardwareluxx ein paar die das schon getestet haben. Weiss aber nimmer wer und wo.

Gruß
Jürgen
 
Da geb ich dir völlig Recht, jumas - und ich habe auch damit gerechnet, dass der Unterschied nicht allzu groß ausfällt.

Allerdings messe ich mit HDTune eine durchschnittliche Zugriffszeit von unter 4,5ms; und die sollte doch eigentlich schon spürbar sein.
Ich meine, was hat die reine Zugriffszeit mit dem Alter der Platte bzw. ihrem Verwendungszweck zu tun?

Ich spüre rein subjektiv einfach so gar keinen Unterschied... den müsste ich wirklich reininterpretieren, dann öffnet sich ein Word-Dokument vielleicht wirklich 1/4ms schneller als sonst... ;)




Kann es etwas ausmachen, das OS nicht auf die SCSI-Platte zu klonen (allerdings ein neu aufgesetztes) sondern es stattdessen manuell neu darauf zu installieren?
 
Dafür hast Du bei der F1 aber ca. die doppelte Übertragungsrate, was dir den Vorteil der Zugriffszeit wieder zunichte macht. Ist nur ein Gedanke von mir.

Klonen soll angeblich nicht so günstig sein, hab ich aber selbst noch nicht getestet sondern nur gelesen. Ich installier meisstens neu.

Gruß
Jürgen
 
Es kommt in der Tat auf die Art der Nutzung an.
In meinem alten Pentium II-Desktop (450 MHz, 512 MB RAM, Intel 440BX) hatte ich drei WD-Enterprise SCSI-Festplatten, inzwischen hängen dort zwei IDE-Festplatten drinnen.

Zwar habe ich nie wirklich die Geschwindigkeit gemessen, aber zum Beispiel durch Ordner navigieren klappte mit den SCSI-Platten deutlich flüssiger als jetzt mit den IDE-Festplatten. Unterm Strich gut 2 Sekunden schneller bis der Ordnerinhalt angezeigt wurde. Auch der erste Anwendungsstart ging mit den SCSI-Platten ein wenig schneller. Aber, das Handling mit großen Dateien ist auf der IDE-Platte viel flüssiger, sofern die Festplatte nicht fragmentiert ist.

Auch im Nachfolge-P4 hatte ich noch 10k-SCSI-Festplatten verbaut, mit den später hinzugefügten IDE-Platten war der Unterschied bereits weniger auffällig. Das einzige was mir auffiel, während die SCSI-Festplatten damals schon über 5 Jahre alt waren (alles gebrauchte), sind mir innerhalb eines Jahres 2 IDE-Platten verschiedener Hersteller in dem Rechner verreckt.

Im neuen Desktop hängt jetzt eine SATA-Festplatte mit 7200 rpm und die fühlt sich in allen belangen flotter an als meine alten 10k-Atlas. Weiß jetzt nur nicht, wie viele Jahre die Atlas inzwischen auf dem Buckel haben (sind 10kII).
 
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