Software-RAID unter Linux - Ein paar Fragen

mr_metall

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Mahlzeit allerseits,

heute brauche ich etwas Hilfe seitens der Linux-Fraktion^^ Kurz zur Ausgangslage: Habe einen HP ProLiant N54L mit Systemplatte (Win Server 2012R2) und seit gestern noch 4x2TB WesternDigital Green. Die 4x2TB sollen in ein Software-RAID (Raid 5) gewandelt werden. Da Unter Windows alleine das builden des Raids über 24h gedauert hat, obwohl die Platten leer waren, würde ich das gerne anders regeln. Hier kommt ihr ins Spiel...und meine Fragen.

Bitte macht mir keine Vorschläge, ich solle doch einen RAID-Controller kaufen und auf Hardware-RAID setzen. Ich bin Student und habe die Kohle nicht. Die Vorteile und auch die Nachtteile sind mit bewusst, aber es geht nicht anders und es lohnt sich für mich auch nicht.

Nun zu den Fragen:
Der Server dient als Mediaserver und HTPC. Jetzt habe ich Win Server drauf und überlege, parallel eine Linux-Distribution zu installieren und dort dann den RAID-Verbund einzurichten. Der Grund dafür: "Schnellere" Datenraten als in Windows, etwas mehr Flexibilität und mehr Möglichkeiten, einzuzgreifen. Welche Distri wäre für RAID 5 und HTPC-Einsatz geeignet? Mint?

Wegen dem RAID: Habe oft den Begriff ZFS gehört und dass man pro TiB auch ein GiB Arbeitspeicher haben sollte. Der Server hat aber nur 4GiB. Geht das damit trotzdem, ober wird das mit 8TiB im RAID nix? Wenns nix wird, gibt es abgepeckte Alternativen, die von der Performance mithalten können? Ich brauche keine Schreibgeschwindigkeitswunder, aber mehr als in Windows sollte schon drin sein (~15 MB/s). Immerhin müssen da noch 4,5 TiB an Daten drauf^^


Danke schon mal im Vorraus,
Peter

PS: Bin kein Linux-Profi.
 
Software RAID unter Linux ist kein Problem. Ich würde es den hirnverbrannten Treiber-basierten Fake-RAIDs, mit denen Windows User immer verarscht werden, vorziehen.

Als Distro würde ich noch eher Debian empfehlen. Das ist sehr stabil und kommt nicht alle 3 Tage mit Updates (außer sie sind sicherheitsrelevant).

Da der Microserver nicht gerade mit CPU-Leistung glänzt, wundert micht aber die Wahl von RAID5. Die CPU muss einiges an Parität berechnen, genau das wird der Flaschenhals sein, auch unter Linux. Bei 4 Platten könnte man immer noch ein RAID10 in Erwägung ziehen. Weiterhin redundant, aber wesentlich schneller.

ZFS vergiss mal schnell wieder, genau wie den Speicherbedarf, der bezieht sich auch nur auf ZFS. Das ist ein experimentelles Dateisystem, das zwar ein tausend tolle Dinge kann, aber nur mit Aufwand in Linux eingebaut werden kann und viel Wartung braucht.
 
Ich hab in dem N54L 5x3TB WD RED drin. Zusätzlich über nen PCIe SATA Controller noch ne kleine 80GB als Systemplatte für Openmediavault.
Die Platten laufen bei mir im RAID5. Der erste Sync hat ca. 12 Stunden gedauert. Von der Geschwindigkeit kann ich mich nicht beschweren. Kopiere mit ca. 100MB/s aufs NAS und auch wieder runter.
 
Erst mal vielen Dank für die Antworten!

Dass die CPU nicht die stärkste ist, weiß ich. Raid 5 desswegen, weil ich ein kleine Maß an Sicherheit haben möchte. Andererseits möchte ich auch nicht 50% der HDDs nur als Spiegelung haben. 6TB möchte ich nutzen können. Entweder hätte ich dann zu den 3TB´s greifen müssen oder eben RAID 5^^ Es ist mit Sicherheit nicht optimal, aber für meine Anwendungszwecke allemal in Ordnung.


ZFS vergiss mal schnell wieder
ZFS? Noch nie was von gehört :rolleyes:

genau wie den Speicherbedarf, der bezieht sich auch nur auf ZFS
Das wusste ich. Wollte nur mal Fragen, ob mir das jemand empfehlen kann^^

@Exe:
12h klingt schon mal nicht schlecht. Besser als 30h^^ Die Geschwindigkeit klingt auch gut. Mehr brauche ich eh nicht, selbst die Hälfte wäre okay. Gleich mal Openmediavault anschauen...
 
Openmediavault läuft leider nicht vom USB Stick. Du müsstest also noch eine weitere Platte einbauen.
Ansonsten habe ich den Speicher auch nicht erweitert. Sind immer noch die 4GB ECC drin.
System läuft bei mir seit Juni 2013 ohne Probleme. Nur ein selbstverschuldeter Zwischenfall, als ich die RAC eingebaut hab und ein SATA Kabel vergessen habe.
Ist mir leider erst nen Tag später aufgefallen. Seitdem gibts Warnungen per Email :D
 
ZFS vergiss mal schnell wieder, genau wie den Speicherbedarf, der bezieht sich auch nur auf ZFS. Das ist ein experimentelles Dateisystem
ZFS ist alles andere als ein experimentelles Dateisystem, genauer gesagt ist ZFS so ziemlich genau das Gegenteil davon, und Wartung benötigt es auch nicht. (Und genau deswegen fahre ich auf meinem HP N54L auch ZFS.) Korrekt ist lediglich, daß der Einsatz von ZFS in Linux experimentell ist. (ZFS kommt aus der Sun/Solaris-Welt.)
 
@Owl102: Darf ich mal wegen der RAM und HDD Ausstattung fragen, die du benutzt?
 
ZFS ist alles andere als ein experimentelles Dateisystem, genauer gesagt ist ZFS so ziemlich genau das Gegenteil davon, und Wartung benötigt es auch nicht. (Und genau deswegen fahre ich auf meinem HP N54L auch ZFS.) Korrekt ist lediglich, daß der Einsatz von ZFS in Linux experimentell ist. (ZFS kommt aus der Sun/Solaris-Welt.)

Ich bezeichne es als Experimentell, da es nur mit viel Fummelei und Arbeit unter Linux verwendbar ist, und dort auch noch nicht sehr ausgereift ist. Ich wollte es nicht näher erklären, eigentlich reicht es hier ja zu wissen, dass es eine unorthodoxe Wahl darstellt.

Mit der Wartung gebe ich dir im Grunde recht, ich hätte es anders formulieren sollen. Was ich meinte, ist das die Nutzung von ZFS mehr Aufwand und mehr Umwege erfordert, also die Nutzung von md-raid und ext4 oder so.
 
@Owl102: Darf ich mal wegen der RAM und HDD Ausstattung fragen, die du benutzt?
4GB RAM, 40GB SSD für OmniOS (die SSD ist hier Luxus, ich hatte sie halt sowieso noch ungenutzt herumliegen) und 4x2TB für Daten. Der RAM-Ausbau ist für mich absolut ausreichend, da ich kein Büro mit 10 Angestellten bin, die permanent darauf zugreifen. Dann könnte man den Durchsatz sicherlich mit mehr RAM optimieren. Und deswegen sind auch RAM-Formeln für den Einsatz von ZFS mit Vorsicht zu genießen (und sowieso überall unterschiedlich angegeben), weil die unterschiedlichen Formeln unterschiedliche Einsatzzwecke und unterschiedliche Erwartungen widerspiegeln. Und schaut man bei professionellen Lösungen nach, die auf ZFS aufbauen, wird natürlich noch mehr RAM empfohlen, weil sie Kundenbeschwerden bzgl. Performance kategorisch vorbeugen wollen. ZFS nutzt eben grundsätzlich alles RAM, was es bekommen kann, als Cache, was ja auch sinnvoll ist, und wenn weniger RAM in der Kiste ist, hat ZFS eben weniger Cache, das ist alles. (Vielleicht würden auch 2GB für mich reichen, keine Ahnung, das habe ich nicht ausprobiert, da die zusätzlichen 2GB ECC RAM lediglich 10 Euro+Porto in der Bucht kosten.)

eigentlich reicht es hier ja zu wissen, dass es eine unorthodoxe Wahl darstellt.
Unter Linux ja, da gebe ich dir mehr als recht. Wenn die Vorgabe Linux ist, ist ZFS nur etwas für experimentierfreudige Bastler. Deswegen wollte ich das eigentlich auch nicht weiter breittreten, lediglich die Aussage korrigieren, ZFS sei ein experimentelles Dateisystem, denn schließlich ist es ein absolut professionelles und ausgereiftes Dateisystem, dem Linux noch nichts entgegensetzen kann. (Ausgereift ja (ext2/3/4), professionell auch (btrfs), aber nicht die Kombination aus beidem.)

Was ich meinte, ist das die Nutzung von ZFS mehr Aufwand und mehr Umwege erfordert, also die Nutzung von md-raid und ext4 oder so.
Ist das jetzt allgemein gemeint oder wieder nur auf Linux bezogen. Denn allgemein kann ich dir da überhaupt nicht zustimmen, im Gegenteil, da ZFS quasi LVM+ext4+SMB/NFS in einem ist (und dann auch noch mit Prüfsummen für gesicherte Datenintegrität, Mirror-Lösungen, Snapshots, ...), ist es weniger Aufwand und erfordert weniger Umwege als eine Lösung, die auf LVM+ext4+Samba/NFS basiert.

Bezüglich HTPC haben Illumos-basierte Lösungen allerdings sehr wenig anzubieten (MediaTomb wäre aber kein Problem), daher ist Linux IMHO schon die richtige Wahl (und somit ZFS die falsche).
 
Zuletzt bearbeitet:
Das würde ich so nicht unterschrieben, da ich viele große Kunden kenne, die dieses Filesystem in Businesskritischen Umgebungen einsetzen und deutlich mehr als 4 x 2TB Platten damit betreiben....

Man sollte auch den ganzen Satz zitieren, dann macht es nämlich Sinn.
In Verbindung mit Linux ist es einfach noch experimentell.
Bei Businesskritische Umgebungen kommt häufig noch Solaris zum Einsatz, welches Unix basiert ist.
 
Das würde ich so nicht unterschrieben, da ich viele große Kunden kenne, die dieses Filesystem in Businesskritischen Umgebungen einsetzen und deutlich mehr als 4 x 2TB Platten damit betreiben....

Das ist ein experimentelles Dateisystem, das zwar ein tausend tolle Dinge kann, aber nur mit Aufwand in Linux eingebaut werden kann und viel Wartung braucht.

Man sollte auch den ganzen Satz zitieren, dann macht es nämlich Sinn.
In Verbindung mit Linux ist es einfach noch experimentell.
Bei Businesskritische Umgebungen kommt häufig noch Solaris zum Einsatz, welches Unix basiert ist.

Edit: Mist, da hat was mit dem editieren nicht geklappt. Vielleicht löscht ein Mod den überflüssigen Eintrag
 
<Klugscheißmodus on>

Hi Exe,

ich empfehle dazu dann mal die Kolumne Deutschstunde von Peter Schmachthagen aus dem Hamburger Abendblatt:
Link hier: http://www.abendblatt.de/archiv/pdf...a/2014/pdf/20140304.pdf/HAHP20140304lf002.pdf

haarp hat eindeutig geschrieben, dass ZFS experimentell sei. Für mein Verständnis bezieht sich das Wort experimentell direkt auf ZFS.
ZFS selbst ist aber alles andere als experimentell. Wenn er etwas anderes meint, soll er auch etwas anders schreiben und die Zuordnung oder den Satzbau ändern....

<Klugscheißmodus off>
 
wenn du dir sicher bist, dass die hdds keine fehler haben, kannst du beim erstellen des raids mit mdadm die option --assume-clean setzen. damit umgehst du den resync des arrays. andererseits kannst du afaik unter linux das array auch dann schon nutzen, während noch die paritäts-daten für den leeren speicherplatz noch berechnet werden. daher würde ich assume-clean weglassen und mdadm einfach seine arbeit verrichten lassen.

btw: wozu eigentlich ein windows-server auf derselben maschine, wenn die daten nur für linux lesbar sind?
 
btw: wozu eigentlich ein windows-server auf derselben maschine, wenn die daten nur für linux lesbar sind?

Weil ich absolut kein Fan von Linux bin. Bin mir sowieso noch nicht sicher, ob ich auf Linux setze oder nicht. Bin halt mit Windows groß geworden und da weiß ich, wo ich was finde. Bei Linux brauche ich ständig google.
Fragt mich nicht warum, aber ich hatte letztens unter Win Server eine Leserate von 400MB und eine Schreibrate von 70MB sequentiell. Vielleicht war der erste Test wegen der Indizierung noch verfälscht, ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Es kann also sein, dass ich doch bei Windows bleibe.
Aber erst mal stehen noch Wärme- und Stoffübertragung und Strukturdynamik als Klausuren an, bis dahin werde ich mich also eh nicht damit auseinandersetzen^^
 
Warum fragst Du dann nach Linux, wenn Du eh keine Lust hast dich einzuarbeiten?
 
Naja das habe ich so nicht gesagt. Im Prinzip ging es mir erst mal darum, eine potentielle Distribution für den Einsatzzweck zu finden. Grund dafür waren die schlechten Lese- und Schreibraten (Haben sich zwar gebessert, aber unter Linux dürfte es dennoch schneller gehen). Sobald ich die Klausuren hinter mit habe, kann ich mir die Vorschläge mal anschauen und mich auch (zumindest ein wenig) einarbeiten. Dann fällt erst die Entscheidung. Ich gebe zu, es war ein wenig blöd formuliert, aber von keine Lust war nie die Rede.
 
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