Nach Abschaltung von 2G werden sehr viele Haushalte und GerĂ€te (Alarm- und Brandmeldeanlagen, Aufzug-AlarmgerĂ€te etc.) nicht mehr erreichbar sein, gerade in lĂ€ndlichen Gebieten. - Ich bezeifle, dass in der verbleibenden Zeit die Systeme umgestellt werden können, besonders wegen der ReichweitenverkĂŒrzung der sogenannten "modernen" Systeme.
Wie haben wir das denn damals gemacht, als das A-Netz abgeschaltet wurde? Oder B/B2? Oder das C-Netz? Gerade das C-Netz war bekannt und beliebt wegen seiner groĂen Reichweite, besonders auch im Vergleich zum D-Netz/2G. Deswegen die Leiche 2G jetzt am Laufen halten? Oder gar das C-Netz?
Ich habe seit letztem Jahr einen Kontakt im Senegal, genau genommen SĂŒd-Senegal Casamance. Von dort hiess es, daĂ alles an GerĂ€ten unter 4G gar nicht nutzbar wĂ€re weil die Netzbetreiber nichts drunter anbieten. Ich hĂ€tte eher das Gegenteil erwartet.
Macht auch Sinn. ZusĂ€tzliche Technik, zusĂ€tzliche Frequenzen, zusĂ€tzlicher Ressourcenverbrauch (fĂŒr die Technik, aber auch fĂŒr Betriebskosten wie Strom), warum das alles kĂŒnstlich am Leben erhalten, wenn man eh schon zu wenig von allem hat? Dann lieber alte Zöpfe abschneiden und auf die sinnvollen neueren Standards setzen. Solch einen "Luxus", alte Technik noch ewig fortzubetreiben, können die sich nicht leisten.
Was zudem immer unter den Tisch fÀllt ist, dass ein GerÀt im LTE- Modus nur gut die halbe Akkulaufzeit erzielt, als wenn man es mit 2G betreibt. Aber sch... auf Ressourcen...
Halbe Akkulaufzeit? Woher hast du das denn? Da wĂŒrde mich mal eine Quelle interessieren.
Ohne eigentlich die Diskussion auf die nĂ€chste Meta-Ebene fĂŒhren zu wollen aber ich versteh nicht wie man ohne Smartphone heute noch sinnvoll Leben kann ohne massiv Lebenszeit zu verschwenden?
Auch wenn ich dir grundsĂ€tzlich zustimme, gibt es fĂŒr die meisten Punkte durchaus akzeptable Alternativen:
- Wie macht ihr Ăberweisungen? Ich fotografiere die Rechnung oder scanne den QR-Code on the Fly mit der Bank-App auf dem GerĂ€t.
Ich tippe sie auch heute noch im Onlinebanking am PC/Laptop ein. Abfotorgrafieren ist zu fehleranfÀllig, QR-Codes haben die wenigsten Rechnungen.
- Gleiches lĂ€uft mit meinen Arztrechnungen fĂŒr die PKV, das ist alles so krass Lebenszeitsparend. Scannen, verschicken weg, Geld da.
GKV, dann braucht man nix scannen und verschicken.
- Wie navigiert ihr ohne ein vernĂŒnftiges online-gestĂŒtztes Navigationssystem durch GroĂstĂ€dte? MĂŒnchen ohne Googlemaps um nem Stau zu entgehen, oder um den GegenĂŒber eine realistische EinschĂ€tzung meiner Ankunftszeit geben zu können, never.
PNAs z.B. von TomTom sind auch heute noch gut verfĂŒgbar und man bekommt auch, bei Bedarf, Varianten mit Live-Stauinfos. Und wenn nicht: Dann braucht man halt mal etwas lĂ€nger. Oder fĂ€hrt frĂŒher los. Oder mal kurz mit dem Feature-Phone-Knochen anrufen "Sorry, bin im Stau, komme spĂ€ter"
- Wie nutzt ihr den öffentlichen Nahverkehr ohne Apps fĂŒr Tickets, Streckenplanung fĂŒr Verkehrsmittel und um VerspĂ€tungen schnell zu erkennen?
FĂŒr Tickets gibt's Automaten. Die Papiertickets haben auch noch den Vorteil, dass sie auch dann noch funktionieren, wenn der Smartphone-Akku leer ist. FĂŒr die Streckenplanung bieten sich diese bunten Karten an, die in den Ăffis meist an ĂŒber den TĂŒren an der Decke oder an den WĂ€nden hĂ€ngen, an den Stationen meist in den GlaskĂ€sten. VerspĂ€tungen sind halt dann mal so.
- Wie ĂŒbersteht ihr lĂ€ngere Bahnfahrten? Mit Smartphone steht einem die Welt offen von Nachrichten bis zur Netflixserie und 15 Min vor Ankunft am BHF heize ich bei meine E-Auto noch die Scheiben frei per Remote.
Aus dem Fenster schauen, Landschaft genieĂen, Musik hören, Buch oder Zeitschrift lesen, mit den Mitmenschen quatschen. All das mache ich ĂŒbrigens sogar trotz Smartphone gerne. Manchmal nervt mich das Smartphone auf solchen Fahrten sogar. Ist doch spannend zu sehen, wie sich gerade bei langen Bahnfahrten Vegetation, Wetter, ggf. je nach LĂ€nge sogar Klimazonen usw. sichtbar verĂ€ndern.
- Die Tiefgarage meines Arbeitgebers öffnet sich nur noch per App, es gibt noch 2 Backup-Chips fĂŒr Monteure oder so wenn die lĂ€nger da wĂ€ren.
Das ist aber wohl auch eher die Ausnahme als die Regel. Und ganz ehrlich: Immer erst Smartphone rauskramen, entsperren, App suchen, App öffnen, ggf. noch in der App was auswĂ€hlen usw. das ist doch mega nervig!? Das wĂŒrde ich trotz Smartphone nicht wollen.
- Vernetzte Kalender ich kann jederzeit absehen ob ich da einen Termin ausmachen kann oder nicht weil die Kinder heim mĂŒssen oder sonst was in der Familie an dem Tag ansteht.
Das ist wirklich ein Killer-Feature. Theoretisch. Weil praktisch denke ich da seit Ewigkeiten drĂŒber nach und nutze es trotzdem nicht. AuĂer fĂŒr berufliche Terminplanung, aber da sitzt man eh am PC. Scheint also am Ende doch nicht so ein Killer-Feature zu sein und geht auch ohne.
- Das Smartphone pusht mir sÀmtliche 2FA Authorisierungen auf meine Smartwach, ohne 2FA Authorisierungen wÀre mein Arbeitsalltag nicht mehr machbar es gibt kaum noch Logins die ohne 2Faktor funtionieren, noch nicht mal einen VPN-Tunnel zu meinem Arbeitsnetzwerk könnt ich aufbauen. So ist es jedesmal nur ne Armdrehung mehraufwand.
FĂŒr einiges (z.B. Onlinebanking) nutze ich inzwischen wieder einen Hardware-TAN-Generator, weil mir das auf dem Smartphone zu unzuverlĂ€ssig war. FĂŒr andere Dinge kann man als 2. Faktor auch den Perso plus LesegerĂ€t nehmen (ich nehme eh lieber den PC als das Smartphone). Dann gibt's noch diverse Dienste, die als 2FA eine SMS nutzen, das geht auch ohne Smartphone. Und TOTPs kann man auch mit einem Passwortmanager verwalten, dafĂŒr braucht man auch nicht zwingend ein Smartphone. Dienste die Push nutzen sind die Ausnahme. Und oft nervig, weil dann jeder wieder seine eigene App will. Aber ja, fĂŒr 2FA nutze ich auch mein Smartphone in der Regel.
Sind das fĂŒr euch echt liebgewonnene Rituale IBANS abzutippen oder unterwegs die SĂŒddeutsche zu lesen
Ich wĂŒrde es jetzt nicht als Rituale ansehen, aber sonst: ja.
oder im lost-Mode durch fremde Bahnhöfe zu irren
Ist es nicht eher umgekehrt? Die Smombies (Smartphone-Zombies), die nur noch auf's Display glotzend durch die Gegend irren und gar ncihts mehr von der Welt um sich herum mitbekommen?
Wie gesagt, ich nutze selbst gerne das Smartphone, auch fĂŒr viele die von dir genannten Dinge. Aber viele davon lassen sich hervorragend auch ohne Smartphone lösen und sind dabei nicht gleich lahm wie eine Pferdekutsche. Nur anders.
der 2 bis 5 Jahre Updates erhĂ€lt, und dann in den MĂŒll darf, weil er nicht mehr sicher im Internet betrieben werden kann.
Zum GlĂŒck bieten diverse Hersteller ja inzwischen lĂ€ngeren Support. Google ist bei 7 Jahren, Samsung je nach Modell auch bei 6-7 Jahren. OnePlus macht 6 Jahre. Apple macht schon lange 5-7 Jahre Softwareupdates und dazu noch 1-2 Jahre lĂ€nger Sicherheitsupdates, kommt also auf 6-9 Jahre. Usw. Und nicht wenige GerĂ€te lassen sich auch danach noch gut z.B. mit LineageOS oder Ă€hnlichem betreiben.
BTX wurde abgeschaltet, analoges Satteliten-TV wurde abgeschaltet, ISDN wurde abgeschaltet, etc.
Ăberlebt haben wir das alles, auch wenn der ein oder andere (ich eingeschlossen) das ein oder andere schmerzlich vermisst.
Die wurden durch qualitativ höherwertiges ersetzt. Bei Mobilfunk ist es nicht ĂŒberall der Fall, weil die Nachfolge-Netze immer kĂŒrzere Reichweiten im Gegensatz zu 2G und 3G haben.
Stimmt. Und trotzdem haben wir wie gesagt die Abschaltung von 1G/B-Netz/C-Netz auch verkraftet, auch wenn das ebenfalls Reichweite gekostet haben dĂŒrfte.